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Bildersturz und Soldatendenkmal

Rührt euch, so lautet schon seit Kaisers Zeiten das militärische Kommando, das den Zustand „stillgestanden“ im militärischen Exerzieren beendet. Dabei wird der linke(!) Fuß aus seiner vorher 90-Grad-Winkelstellung zum rechten Fuß um circa einen halben Schritt nach außen vorne gestellt. Der vermutlich unbekannte Soldat(in?) vor beziehungsweise hinter dem Max-Eyth-Haus hat aber sicher von Anbeginn(?) den rechten(!) Fuß vorgestellt. Ein Fehler der Gießerei? Eine heimliche Sabotage von Kriegsgegnern zur Verhöhnung des deutschen Militarismus? In den USA werden zum Teil Kriegsgegner aus dem Bürgerkrieg 1861 bis 1865 von den Standbildern geholt: Lee pro, Grant gegen Sklaverei. Aber wie sagte schon der Alte Fritz aus Preußen? Auch auf die höchsten Standbilder scheißen nur die Spatzen.

Als „Reingeschmeckter Preuße“ - 1948 - wage ich nicht, über den eventuell hintergründigen Humor schwäbischer Metallgießer zu spekulieren, die jetzt-erst(?) auf dem „falschen Fuß“ erwischt wurden. Sollte die „Fehlhaltung“ Absicht eines Protestes sein, so mag der unbekannte Soldat dort als abschreckendes Beispiel und hintergründige Karikatur bis in alle Ewigkeit stehenbleiben, geschrieben von einem, der die Schlachtfelder von Verdun und Wolgo/Stalingrad besucht hat, als Jugendlicher Kriegsgräber gerichtet und als Kind noch die Bomben hat rauschen und einschlagen hören.

Dr. Siegfried Nau, Kirchheim

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