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Bildhafter Aktionismus

Es gibt einen festen Kreis von Leserbriefschreibern, die zu einem aktuellen Sachverhalt Stellung nehmen oder versuchen, dem Leser des Teckboten die Welt zu erklären. Dies mag man mögen oder auch nicht.

Problematisch wird ein Leserbrief dann, wenn unter dem Deckmantel der politischen Anonymität des Verfassers versucht wird, politische Einstellungen über dieses Medium zu transportieren. Dies ist bei den zahlreichen Leserbriefen von Herrn Brinker eindeutig der Fall, der bekanntermaßen für die Partei „Die Linke“ aktiv ist. Das Mindeste, was zu erwarten ist, dass Herr Brinker seine politische Funktion nicht unterdrückt und dies auch eindeutig klarstellt. Grundsätzlich stellt sich hier jedoch die Frage, ob eine stetige, dauernde Nutzung der Rubrik „Leserbriefe“ in Presseorganen, unabhängig von konkretem Anlass, durch Vertreter politischer Parteien die Unabhängigkeit des Presseorgans nicht infrage stellt. Der Hinweis, der Inhalt des Leserbriefs stelle nicht die Auffassung der Redaktion dar, ändert angesichts der eindeutig parteipolitischen Meinungsäußerung hieran nichts.

Weiter ist zu beachten, dass - gerade in den Sommermonaten - das Presseorgan zunehmend zur bildlichen Selbstdarstellung von Vertretern politischer Parteien genutzt wird, verbunden mit einem substanzlosen, dürftigen inhaltlichen Text. Dieser bildhafte Aktionismus des politischen Spektrums mag den Empfehlungen der PR-Berater entsprechen. Der das Bild begleitende textliche Inhalt ist jedoch meistens eher dürftig und ohne Aussagekraft über das Wirken des jeweiligen politischen Repräsentanten. Bild und Text dürften oftmals eher Zweifel an der Effizienz der Arbeit des dargestellten Politikers wecken.

Hermann-Friedrich Wagner, Kirchheim

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