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Bildungsaufgabe Zukunft

Zum Kommentar „Lernen mit Zukunft“ vom 22. Februar

Schüler sollten angesichts der Ungewissheit der Zukunft neben der Lust am Weiterlernen und der Fähigkeit, Probleme zu lösen, den Mut haben, eingetretene Pfade zu verlassen und eigene Ideen zu verfolgen. Dieser These im Kommentar von Ulrike Sosalla können wir als GEW voll zustimmen.

Der Behauptung, Kreativität würde in unseren Schulen „eher bestraft als gefördert“, will ich ausdrücklich widersprechen. Auch die Aussage, als gute Schüler würden jene gelten, „die für Klassenarbeiten viel und schnell auswendig lernen können, ihre Hausaufgaben klaglos erledigen und morgens pünktlich“ seien, ist nicht verallgemeinerbar. Hinter Sosallas Vorstellung, Lernen könne über das Lehren von „noch mehr Faktenwissen“ gelingen, steckt eine viel zu einfache Lerntheorie.

Kognitives Lernen ist ein aktiver und oft sehr mühsamer Prozess der Informationsaufnahme und -bearbeitung. Je stärker unsere Schüler das Lernangebot, das wir Lehrkräfte in möglichst vielfältigen Formen machen, mit ihrem Vorwissen vernetzen können, desto eher werden sie auch komplexe Lernvorgänge bewältigen. Teil dieses Vorwissens und Voraussetzung für alle komplexeren Lernvorgänge bis hin zum Problemlösen ist immer auch Faktenwissen - wobei „Fakten“ nicht nur Einzeldaten, sondern auch Konzepte, Modelle, Theorie und so weiter sind.

Leider führt zur unverzichtbaren Verankerung dieses „Faktenwissens“ im Langzeitgedächtnis kein Weg am oftmals anstrengenden wiederholten Durcharbeiten vorbei. Ohne dieses Fundament an Wissensbeständen ist es schwierig, komplexe Zukunftsaufgaben zu meistern.

Birgit Springall, Vorsitzende GEW-Ortsverband Kirchheim

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