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Bildungsqualität: neues Konzept

Zum Artikel „Weder Qualität noch Konzept“ vom 1. Februar

Weder „Qualität noch Konzept“: Die Überschrift des Artikels von Axel Habermehl zur Umstrukturierung der gesamten Qualitätsentwicklung im baden-württembergischen Schulwesen kennzeichnet teilweise berechtigt das Vorhaben, das Kultusministerin Eisenmann am 31. Januar in den Landtag einbrachte. Deutlich mehr steht die Überschrift aber für das Niveau der Kritik von Teilen der Opposition.

Der AfD-Abgeordnete Balzer sieht das „Hauptproblem der Schulen“ darin, dass seit der 68er-Bewegung „der Leistungsgedanke abgewickelt worden“ sei. Das Land brauche „keine neuen Institute, sondern ein Bekenntnis zur Leistung in der Schule“. Niveauloser, welt- und schulfremder geht’s wohl nicht mehr.

Ein klein wenig mehr Qualität bietet der ansonsten treffsichere FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke mit seiner „Heizungs“-Metapher. Beim Vergleich zwischen der „neuen Heizung“ - dem Vorhaben der Landesregierung - und dem bisherigen Qualitätsentwicklungskonzept - „alte Heizung“ - versteigt er sich zur Aussage, diese(s) habe „gut funktioniert“. Von „gutem“ Funktionieren kann nun wirklich nicht die Rede sein.

Am meisten Substanz liefert Daniel Born von der SPD. Er bescheinigt - ähnlich wie wir als GEW - dem neuen Konzept unter anderem sehr berechtigt das, was bei der Entwicklung von Qualitätskonzepten ein Kardinalfehler ist, der aber mit dem Führungsstil des Kultusministeriums zu tun hat: den zu geringen Einbezug der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

David Warneck, GEW-Kreisvorsitzender

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