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Branntweinmonopol: Eine Ära geht zu Ende

Destillate, so weit das Auge reicht - und die Nase riechen kann.Fotos: Carsten Riedl
Destillate, so weit das Auge reicht - und die Nase riechen kann.Fotos: Carsten Riedl

Das Branntweinmonopol gehört ab kommendem Jahr endgültig der Vergangenheit an. „Das ist ein gravierender Einschnitt für die Klein- und Obstbrenner“, erklärt Karl Müller, Vorsitzender des Landesverbands. Künftig können die Brenner ihre Steuerschuld nicht mehr in Naturalien bezahlen, sondern müssen ihren Alkohol selbst vermarkten. Bislang konnten sie minderwertige Ware und den Überschuss abliefern, der dann in der Regel von der Industrie für die unterschiedlichsten Produkte abgenommen wurde, beispielsweise in der Chemiebranche für Reinigungs- oder Desinfektionsmittel.

Kaiser Wilhelms nahezu letzte Amtshandlung 1918 war die Unterschrift unter das Gesetz zum Branntweinmonopol. Das Ziel: Dem Staat die Herrschaft über den zum Verbrauch im Inland bestimmten Branntwein zu sichern. Das sicherte auch die Existenz der Kleinbrenner und damit die der Streuobstwiesen. „Deren Pflege übernehmen größtenteils die Kleinbrenner“, sagt Karl Müller. In Deutschland gibt es rund 16 000 aktive Brennkessel, davon stehen allein 12 000 in Baden-Württemberg.

Die Brennerlaubnis kann ab dem 1. Januar 2018 jeder beantragen, nötig ist dafür unter anderm ein polizeiliches Führungszeugnis - und das entsprechende Kleingeld: etwa 50 000 Euro für das entsprechende Equipment. Das letzte Wort hat jedoch der Zoll, er entscheidet über die Betriebsgründung. Bislang mussten die Kleinbrenner über eigene Obstanbauflächen oder Ackerland verfügen. „Wir rechnen mit wenig neuen Brennern, dafür aber mit vielen, die aussteigen werden“, erklärt Karl Müller. ih

Destillate, so weit das Auge reicht - und die Nase riechen kann.Fotos: Carsten Riedl
Destillate, so weit das Auge reicht - und die Nase riechen kann.Fotos: Carsten Riedl
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Destillate, so weit das Auge reicht - und die Nase riechen kann.Fotos: Carsten Riedl
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