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„Brennbar“ steht vor dem Aus

Gastronomie Robert Ruthenberg, Chef der Nürtinger „Brennbar“, konzentriert sich künftig auf seine Kirchheimer Lokale.

Robert Ruthenberg richtet seinen Fokus mehr auf „Waldhorn“ und „Wilder Mann“.
Robert Ruthenberg richtet seinen Fokus mehr auf „Waldhorn“ und „Wilder Mann“.

Region. Seit 1998 gibt es die „Brennbar“ in Nürtingen. Gerade für junge Leute gehört die Gaststätte zu den wenigen noch verbleibenden Anlaufstellen in der Innenstadt. Die müssen sich bald aber vielleicht nach einer Alternative umschauen.

Nach 21 Jahren möchte „Brennbar“-Chef Robert Ruthenberg etwas kürzer treten und das Lokal nicht mehr weiterführen. „Ich habe die ,Brennbar‘ wirklich sehr gerne betrieben, aber ich habe die Arbeitskraft einfach nicht mehr“, sagt der Gastronom, der unter anderem auch den „Wilden Mann“ und das „Waldhorn“ in Kirchheim führt.

Dass er ausgerechnet die Nürtinger Bar abgeben möchte, habe nichts mit zu wenigen Gästen zu tun: „Es läuft sehr gut“, sagt Ruthenberg: „Aber die ,Brennbar‘ ist der kleinste von allen Läden und wirft dadurch einfach am wenigsten ab.“ Am liebsten würde Ruthenberg die „Brennbar“ an einen anderen Wirt übergeben. „Aber es gibt auf dem Arbeitsmarkt einfach niemanden, der das machen möchte. Es sind keine guten Zeiten für Gastronomen“, sagt Ruthenberg. Wenig attraktive Arbeitszeiten, viel Stress und hohe Auflagen machen den Wirt zu einer aussterbenden Art.

„Verpachte Traditionsgaststätte“ - mit dieser Anzeige versuchen Helmut Abele und seine Tochter Julia einen neuen Pächter für die „Brennbar“ zu finden - viele Interessenten gibt es nicht. „Es gab ein paar Gespräche, aber bisher keine konkreten Angebote. Das ist ein Riesenproblem“, sagt der 72-Jährige. Noch bis zum 31. Dezember haben die Abeles Zeit, einen Nachfolger für Ruthenberg zu finden. Eines der Hauptprobleme sieht Abele in den strengen Vorgaben der Stadt Nürtingen für die Außengastronomie. Denn die „Sondernutzungsrichtlinie“ verbietet es Gastronomen unter anderem, auf öffentlichen Plätzen Heizpilze aufzustellen. Ruthenberg bestätigt das: „Ohne die Plätze draußen muss man mit 50 Prozent weniger Einnahmen rechnen. Das macht das Ganze unwirtschaftlich.“ Matthäus Klemke

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