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Brett vor dem Kopf

Zum Artikel „Wer nichts sieht, muss halten“ vom 28. März

Es ist eine Binsenweisheit der Verkehrspsychologie, dass gute Sichtverhältnisse an Stellen, an denen mehrere Verkehrsströme zusammentreffen, die Verkehrssicherheit positiv beeinflussen. Der Hintergrund dieser Erfahrungen ist in der Neigung des Menschen begründet, Schmerzen - also zum Beispiel Unfälle - zu vermeiden. Ausgesprochen widersinnig sind Sichtbeschränkungen im Verkehr, wenn Fußgänger - die schwächsten Verkehrsteilnehmer - dadurch gefährdet werden können. Genau das wurde bei dem Experiment als „Nebenwirkung“ geschaffen:

Fahrer motorisierter Fahrzeuge, die aus Richtung Innenstadt nach links in Richtung Notzingen abbiegen, erkennen Fußgänger auf dem Fußgängerüberweg, die vom Hugo-Wolf-Weg kommend die Notzinger Steige überqueren wollen, selbst bei langsamer Fahrweise zu spät, um vorausschauend bremsen zu können.

Meine eigene Erfahrung: Ein Fußgänger steht unerwartet - weil zu spät sichtbar - plötzlich in meiner Fahrspur vor mir und schaut mich entsetzt an. Mit scharfem Bremsen kann ich einen Unfall vermeiden. Der Fußgänger konnte sichtlich erleichtert seinen Weg fortsetzen. Zum Glück war kein Fahrzeug hinter mir, das ebenfalls zu einer Notbremsung gezwungen gewesen wäre.

Das Brett - äh die Sichtbeschränkung - muss entfernt werden.

Nebenbei: Stopp-Schilder sind auch ohne gefährliche Experimente zu beachten. Mit häufigen Verkehrskontrollen kann ihnen Respekt verschafft werden.

Kurt Kaphun, Kirchheim

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