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Briefe schreiben für die Freiheit

Hilfe Amnesty International veröffentlicht Einzelschicksale politischer Verfolgung, um an dieses Unrecht zu erinnern.

Kirchheim. Die Kirchheimer Gruppe von Amnesty International (ai) bittet im Juli um Briefe für drei Menschen aus Russland, Ägypten und Kuba, die wegen ihres Kampfes für Menschenrechte in ihren Ländern verfolgt werden.

Elena Milashina, Russland

Am 13. April diesen Jahres sprach der Präsident der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, eine Morddrohung gegen die russische Journalistin Elena Milashina aus. Sie hatte tags zuvor einen Artikel über die Ausbreitung von Covid-19 in Tschetschenien veröffentlicht. Darin schrieb sie: „Der Tod durch das Corona-Virus ist das kleinere Übel - in Tschetschenien werden infizierte Personen mit Terroristen gleichgesetzt, was dazu führt, dass sie ihre Krankheit verschleiern und zu Hause sterben.“ Der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow stellte daraufhin ein Video auf Instagram ein, in dem er die russische Zeitung Novaya Gaseta beschuldigte, „Handlanger des Wes­tens“ zu sein. Er appellierte außerdem direkt an die russische Regierung und den Geheimdienst FSB, „diese Nicht-Menschen zu stoppen, die durch ihr Geschreibe unser Volk provozieren“. Elena Milashina ist in großer Gefahr, und die russischen Behörden müssen dringend für ihre Sicherheit sorgen.

Aser Mohamed, Ägypten

Aser Mohamed wurde am 12. Januar 2016 im Alter von 14 Jahren festgenommen. Er wurde unter Folter zu einem Geständnis gezwungen. Im Oktober 2019 verurteilte ein Strafgericht Aser Mohamed zu zehn Jahren Haft, nachdem er für schuldig befunden worden war, der verbotenen Muslimbruderschaft anzugehören und im Januar 2016 an einem Anschlag auf ein Hotel beteiligt gewesen zu sein. Der Rechtsbeistand des Minderjährigen legte Ende 2019 Rechtsmittel gegen das Urteil ein. Bis heute ist jedoch kein Termin für eine gerichtliche Anhörung dazu festgesetzt worden. Die Familie von Aser Mohamed sorgt sich um seinen Gesundheitszustand, da sie seit der Aussetzung von Gefängnisbesuchen aufgrund der Corona-Pandemie keine Briefe mehr von ihm erhalten hat.

Roberto Quiñones Haces, Kuba

Roberto Quiñones Haces ist ein 63-jähriger Anwalt, Journalist und Dichter. Er wurde im August 2019 wegen „Ungehorsams“ zu einer einjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Am 11. September 2019 nahmen ihn die Behörden in Cienfuegos fest, weil er seine Haftstrafe nicht angetreten hatte. Seither befindet er sich im Gefängnis. pm

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