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Bürger fordern schnelleren Ausbau der A 8

Protest Die Gruibinger fordern mit Nachdruck den sechsspurigen Ausbau des letzten Teils am Albaufstieg zwischen Mühlhausen und Hohenstadt. Von Axel Raisch

Mit einer Demo für einen schnelleren Ausbau des A¿8-Albaufstiegs wollen die Gruibinger den Druck erhöhen.Foto Giacinto Carlucci
Mit einer Demo für einen schnelleren Ausbau des A¿8-Albaufstiegs wollen die Gruibinger den Druck erhöhen.Foto Giacinto Carlucci

An den Wochenenden wird es oft laut in Gruibingen. Dann nämlich quält sich immer wieder Umgehungsverkehr der A 8 durch die Gemeinde, wenn das Nadelöhr Drackensteiner Hang wieder einmal verstopft ist. Am Samstag, 13. November, wird der Lärm eine andere Quelle, aber dieselbe Ursache haben. Denn die Gruibinger wollen sich dann mit ihrem „Bürgerprotest“ Gehör für ihre Nöte mit dem Verkehrsproblem verschaffen, sie wollen Druck machen hinsichtlich des sechsspurigen Ausbaus des letzten Teils am Albaufstieg zwischen Mühlhausen und Hohenstadt, das schon seit Jahrzehnten ein Thema ist. Angemeldet sind bei der vom Gruibinger Gewerbeverein initiierten Demonstration 700 Teilnehmer.

„Wir, die Bürger Gruibingens und der Umgebung, sind die Opfer der ‚Politik der leeren Worte‘“, erklärt Thomas Straub, der Vorsitzende des örtlichen Gewerbevereins. „Langsam leben wir hier im Tal der Vergessenen.“ Nun sei es an der Zeit, dass die Bürgerinnen und Bürger ihren aufgestauten Frust auf die Straße bringen, erklärt Straub. „Es werden weitere Aktionen folgen“, kündigt er an und verspricht, dass die Demonstration nur der Auftakt sei. Man müsse „auf Dauer dran sein“, sonst verpuffe der Protest schnell, werde ausgesessen. Als Vorbild nennt Straub „Maichles B 10-Aktion“. Der Geislinger Kommunalpolitiker Hans-Peter Maichle trommelt seit Jahren für den Weiterbau der B 10-Ortsumfahrung bis Geislingen. Dass man sich in Gruibingen nicht mit diplomatisch formulierten Protestnoten aufhalten möchte, verrät schon die Wortwahl: „Die Truppen stehen“, erklärt Thomas Straub.

Bürgermeister Roland Schweikert sieht es ähnlich: „Wenn der Wähler schreit, ist es anders, als wenn gewählte Repräsentanten ernsthaft etwas vortragen“. Man habe den Eindruck, von der Politik nicht ganz ernst genommen zu werden. Umso deutlicher verschaffen sich die Guibinger nun Gehör. Auf Plakaten und Bannern, die im Ort und auf Werbeträgern an den Ortseingängen aufgehängt werden, lassen es die Initiatoren nicht an Deutlichkeit mangeln.

Besonders erzürnt hat die Initiatoren die erneute Verzögerung beim Ausbau, die im Sommer bekannt geworden war. So ist auf den Bannern auch nur „das Verkehrsministerium“ genannt, da man in Gruibingen sowohl im Bund wie im Land Versäumnisse sieht.

Begründung: Personalmangel

Unverständnis herrscht über die Verzögerung, die durch den Mangel an Planern in der neuen Autobahngesellschaft, die seit Januar für alle Autobahnen in Deutschland die Zuständigkeit hat, verursacht worden sein soll. Dass eine Instandsetzung am Lärmschutzwall auf Gemarkungshöhe nicht erfolge, sei von der Gesellschaft beispielsweise mit Personalmangel begründet worden, berichtet der Bürgermeister.

Die Planung und Umsetzung sei überall das Problem, sagt Bürgermeister Schweikert. Man müsse aufhören, den Teufel im Straßen- und Individualverkehr zu sehen. Gerade auf dem Land sei dieser unverzichtbar, auch wenn der Ausbau des ÖPNV und Radwegenetzes wichtig sei. Das Auto bleibe weiterhin Verkehrsmittel Nummer eins - mit wachsender Bedeutung, während der ÖPNV stag niere, zitiert Thomas Straub aus einer aktuellen Untersuchung. Auch wenn nun Verbrenner vermehrt durch E-Autos ersetzt würden, so müsse man bedenken, dass dennoch Autos auf der Straße blieben. Stauvermeidung sei der bessere Umweltschutz, als mit in den großen Städten geplanten Windrädern den ländlichen Raum zu verschandeln, betont Thomas Straub.

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