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Bunte Bilder auf dem grünen Papier

Papierfabrik ScheufelenProf. Dr. Mathias FranzGraspapier - Packaging Campus - Verpackungspapier aus Gras in Oberlenningen
Prof. Dr. Mathias Franz. Foto: Jean-Luc Jacques

Die Herausforderung für die Entwickler war, das Graspapier bedruckbar zu machen. Ohne Beschichtung geht es nicht. „Beim Offset-Drucken reißt die Maschine das Graspapier aus“, sagt Professor Dr. Matthias Franz. Dazu kam der Wunsch der Kunden, dass dieses besondere Papier seine grüne Farbe behält. Die Lösung: eine sehr dünne, durchsichtige Schicht auf dem Karton. Der grüne Charakter des Graspapiers bleibt erhalten und somit die Natürlichkeit des Produkts. „Damit hat die Verpackung auch eine Werbewirksamkeit“, erklärt der Professor. Dank dem neu entwickelten Verfahren lassen sich nun in die Obst- und Gemüseschalen je nach Verwendung Erdbeeren und Birnen, Karotten und Tomaten aufdrucken. „Der erste große Einsatz war in Österreich mit Obstschalen für Äpfel. Der Konsument findet so gute Äpfel in einer umweltfreundlichen Verpackung“, sagt Matthias Franz.

Heiß- und Kaltgetränke hieß die nächste Stufe für die Entwickler, denn Firmen aus dem Fast Food-Bereich waren ebenfalls auf das neue Segment der Firma Scheufelen aufmerksam geworden und äußerten ihre Wünsche. Hier mussten gleich mehrere Aufgaben gelösten werden. Zum einen müssen die Gefäße total dicht und zum andern sowohl für kalte als auch heiße Getränke geeignet sein. Ebenfalls nicht zu vergessen: Der direkte Kontakt von heißem Fett, wie es gern bei einer Portion Pommes der Fall ist, sollte weder dem Essen noch der Schale schaden. „Das ist eine empfindliche Sache. Dafür braucht es Zertifikate von Instituten und dafür sind die Hürden ziemlich hoch“, erklärt Matthias Franz. Um die Lösung finden zu können, kam der Professor auf die Idee, eine Labormaschine zur Becher-Herstellung anzuschaffen. Die Investition hat sich gelohnt. 50 dichte Becher pro Minute kann der Apparat herstellen. „Große Maschinen schaffen zwar 350 bis 500 pro Minute. Die Bäcker in der Region könnten wir aber alle glücklich mit unserem Produkt machen“, so der Professor.

Die Ideen für ihre Verpackungen gehen den Entwicklern so schnell nicht aus. Kräuterbonbons haben sie ebenfalls schon erfolgreich eingetütet. Hier mussten sie etwa daran tüfteln, die Feuchtigkeit von dem Lutschwerk fernzuhalten, damit sie nicht miteinander verkleben. Auch Kosmetik- und Brühwürfelhersteller haben bereits ihr Interesse an der neuen Verpackungsart angemeldet. ih

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