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„Buscaps“: nur Nachteile

Zum Artikel „Riemer kündigt ,schöne neue Ortsmitte‘ an“ vom 4. Mai

Kürzlich war ich auf einem Symposium in Stuttgart, wo es um die Herausforderungen für die Automobiltechnik ging. Einer der Knackpunkte für eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und damit auch des CO2-Ausstoßes war eine intelligente Verkehrsführung, die einen optimalen Verkehrsfluss ermöglicht. Also ohne viel Bremsen, Anfahren und Standzeiten.

Da hat es mich doch sehr verwundert, als ich nun von der Absicht gelesen habe, in Ötlingen den Verkehrsfluss künstlich zu behindern in Form von „Buscaps“. Für wen bringen die „Buscaps“ Vorteile, habe ich mich gefragt? Die Umwelt und die hinter dem Bus wartenden Autofahrer sind es nicht. Sogar die Radfahrer müssen wohl nun hinter dem Bus warten, denn der Bus blockiert die Rad-Fahrspur, wenn ich den Plan richtig verstanden habe. Die Anwohner an den „Buscaps“ haben sicherlich auch keinen Vorteil, haben sie doch zusätzlichen Brems- und Anfahrlärm sowie zusätzliche Abgase direkt vor der Wohnung von den wartenden Fahrzeugen. Die Passagiere, die dort aus dem Bus aussteigen, müssen warten bis sich die Kolonne hinter dem Bus weiterbewegt hat, bevor sie über die Straße können. Sie haben also auch keinen Vorteil. Ob sich die restlichen Bewohner von Ötlingen freuen, wenn sie längere Zeiten für ihre Fahrten einplanen müssen, kann ich mir auch nicht vorstellen.

Der einzige Vorteil, der mir einfällt, ist das Bauunternehmen, das jetzt für viel Geld die „Busbuchten“ in „Buscaps“ umbaut und in vielleicht 30 Jahren wieder zurückbaut, wenn jemand drauf kommt, dass so eine „Busbucht“ doch viele Vorteile gegenüber einem „Buscap“ hat.

Rainer Mangold, Kirchheim

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