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Camus’ Pest und Corona inspirieren Kürbis-Schnitzer

Region. Auch Gruselkürbisse und Rübengeister gehen mit der Zeit. Der Herbst 2020 ist geeignet, ausgefallene Entdeckungen zu machen. Wer beim abendlichen Spaziergang die Augen offen hält, sieht zwar auch Fratzen in traditioneller Manier leuchten. Viele der meist jugendlichen Schnitzkünstler haben sich aber auch durchs Zeitgeschehen inspirieren lassen. Das Exemplar links hat nicht nur ausgesprochen dämonisch wirkende Augen, zudem ist sein Maul klar erkennbar dem Coronavirus nachempfunden. Der rechte Kürbis, Sieger bei einem Kürbisschnitzwettbewerb in Jebenhausen, trägt das Antlitz einer Ratte. Das kleine Kunstwerk nimmt Bezug auf den Roman „Die Pest“ von Albert Camus. Bekanntlich wird die Stadt Oran an der algerischen Küste von toten Ratten aufgeschreckt. Dies ist der Anfang einer schrecklichen Pestepidemie. Zwar spielt der Roman auf den Zweiten Weltkrieg an, die Pest steht unter anderem für Totalitarismus und Faschismus. Den Künstler, der unbekannt bleiben will, lässt die Parallele zur aktuellen Pandemie nicht los. - Bleibt zu hoffen, dass Kürbisse und Rübengeister im Jahr 2021 wieder unbeschwert daherkommen. Irene Strifler/Fotos: pr


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