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Chance nutzen

Zum geplanten Gewerbegebiet am Hungerberg

Über die vielen negativen Leserbriefe und den negativen Bericht des BUND Kirchheim zum geplanten Gewerbegebiet Hungerberg bin ich sehr überrascht. Ich erinnere mich noch gut an Zeiten, als Funktionsträger und Parteien damit geworben haben, welche Betriebe und Arbeitsplätze angesiedelt werden sollen.

Nach zehn wirtschaftlich guten Jahren, mit Überschüssen in den Haushalten, niedriger Arbeitslosigkeit und sprudelnden Steuereinnahmen ist bezüglich Gewerbe­ansiedelungen große Skepsis eingekehrt.

Die Schlüsselindustrien, welche mutige und vorausschauende Entscheider vor 50 Jahren angesiedelt haben, tragen heute zur Stärke unserer Region bei. Nun haben wir die Verkehrswende, Energiewende und Digitalisierung eingeleitet. Dies wird zu einem erheblichen Umbau unserer Industrie führen. Seit Jahrzehnten forschen und entwickeln wir Spitzentechnologie für diese neue Zukunft. Es wäre geradezu fahrlässig, neue Technologien im Ausland oder an anderen Standorten produzieren zu lassen. Durch den Umbau der Industrie werden Arbeitsplätze verloren gehen. Diese müssen in der Region ersetzt werden. Ein Arbeitsplatz beim Automobilhersteller sichert zehn Arbeitsplätze in der Peripherie.

Und bezüglich der Ackerflächen für die Nahrungsmittelproduktion laut Info BUND: Die Aussagen in dem Artikel stimmen. Wahr ist aber auch, dass 2019 von 16,67 Millionen Hektar Ackerflächen 2,37 Millionen Hektar (14,2 Prozent) für Biomasse-Monokulturen eingesetzt wurden. Im Jahr 2000 waren es 0,36 Millionen Hektar (2,1 Prozent). Einen Teil davon könnte man wieder für regionale Nahrungsmittel umwandeln, einen anderen kleinen Teil zur Sicherung der Arbeitsplätze heranziehen.

Der Standort ist an der Autobahn sehr gut gelegen, in der Nähe der Entwicklungsstandorte und in der Nähe der arbeitenden Menschen. Wir sollten diese Chance nutzen.

Axel Kübler, Kirchheim

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