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Charmante Idee birgt Risiken

Handball Der TSV Zizishausen will an der Aufstiegsrunde zur Dritten Liga teilnehmen, weiß aber um die Gefahren.

Nürtingen. Die Aussicht ist verlockend. An der anvisierten Aufstiegsrunde teilnehmen und sich dort für die Dritte Liga qualifizieren. Auch die Handballer des TSV Zizishausen wollen sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. „Wir haben ein unverbindliches Interesse bekundet“, sagt TSV-Sportchef Alexander Himpel.

Die Dritte Liga ist nichts, womit sie sich bei den „Schnaken“ bereits genauer befasst haben. Nun öffnet sich die Tür aber schneller, als der Nürtinger Stadtteilverein je zu träumen gewagt hätte. „Das ist ein charmanter Gedanke“, beschreibt Himpel die neue Situation, die aber erst noch durch die verschiedenen Gremien des Klubs muss. „Wir diskutieren auch im Ausschuss noch darüber“, so Himpel. Und letztlich müsse ja der Verein sein Okay geben.

Unabhängig von der Attraktivität wäre es für die Zizishausener eine Mammutaufgabe, die Dritte Liga im Falle einer erfolgreichen Aufstiegsrunde zu stemmen. Zum einen wäre da der finanzielle Aspekt und auch der des Spielerkaders. Bisher wurde beim TSVZ die Oberliga-Saison 21/22 geplant, der Fokus darauf gelegt, die überwiegend jungen Spieler in der vierthöchsten deutschen Spielklasse weiterzuentwickeln. „Möglicherweise wären wir Kanonenfutter und daher ist die Frage schon, ob wir der Mannschaft einen Gefallen tun würden“, überlegt Himpel, sieht aber auch das Positive. „Es ist eine tolle Möglichkeit, wieder in den Trainings- und Spielbetrieb zu kommen. Außerdem könnten wir uns unseren Fans und Sponsoren zeigen.“

Dennoch: Vieles wirkt beim näheren Betrachten schon ziemlich gewagt. „Ich sehe uns Stand heute noch nicht da“, sagt Himpel bezüglich der Dritten Liga. Und auch die Aufstiegsrunde dorthin wird nicht ohne sein. Unter Drittligabedingungen würde die über die Bühne gehen, heißt unter anderem, dass Schnelltests zur Tagesordnung gehören, etwas, womit sie sich bisher in Zizishausen noch gar nicht beschäftigen mussten.

Einiges ist hinsichtlich der Aufstiegsrunden-Planung ungewiss. Überhaupt wirkt alles, wie in Coronazeiten so oft, noch ziemlich vage. Daher kann auch Johannes Kern derzeit nicht allzu viel sagen. „Die Resonanz ist gut“, blickt der Vorsitzende des Landesausschusses für die Spieltechnik auf das, was bisher eingegangen ist.

Ein zeitlicher Rahmen steht noch nicht. „Wenn alles gut geht, dürfen die Vereine ab 5. April wieder trainieren“, sagt Kern, wodurch die Aufstiegsrunde im Idealfall im Mai starten könnte. Über den Spielmodus und alles andere soll entschieden werden, wenn alle Interessenten feststehen. Dann wird Kern mit seinen Ausschusskollegen das weitere Prozedere bestimmen. Jens S. Vöhringer

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