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Corona, Gewalt und Teamschwund bereiten Sorgen

Fußball Torsten Krautz steht als wiedergewählter Gesamtjugendleiter des Bezirks vor großen Herausforderungen.

Region. Torsten Krautz bleibt Gesamtjugendleiter des Fußballbezirks Neckar/Fils. Im Rahmen der Jugendleiter-Hauptversammlung, die pandemiebedingt erstmals virtuell stattfand, wurde der Nellinger einstimmig wiedergewählt. Allerdings waren lediglich 65 der 120 Vereine, die einen Jugendspielbetrieb vorhalten, zugeschaltet. Zuvor war Krautz schon zweieinhalb Jahre kommissarisch im Amt.

Dass in diese Zeit gleich zwei Corona-Saisonabbrüche fielen, macht die Aufgabe für den Herrn über 10 0000 kickende Kinder und Jugendliche im Bezirk nicht einfacher. Schließlich sind die Mannschaftszahlen im Nachwuchsbezirk zwischen Neckar und Fils seit 2018 regelrecht eingebrochen: Bei den F-Junioren gibt es 70 Teams weniger im Vergleich zu vor drei Jahren, bei den Bambini waren es 80 weniger. In der Saison 18/19 gab es im Bezirk insgesamt 987 Jugendmannschaften, in der abgebrochenen Runde 20/21 waren es nur noch 837 - ein Trend, der sich im gesamten Verbandsgebiet beobachten lässt.

Immerhin: Bei den A- und B-Junioren steuert Neckar-Fils dagegen in eine andere Richtung als andere Bezirke, hier sind die Zahlen stabil. Dafür verzeichnet der Bezirk bei den Mädchen einen leichten Rückgang. „In der Spitze sind wir hier nach wie vor sehr gut aufgestellt, aber was sich schon vor Jahren andeutete, hat sich leider fortgesetzt“, heißt es im Rechenschaftsbericht von Krautz, „die breite Basis, die wir einmal im Mädchenfußball hatten, ist weggebrochen.

Auf beunruhigend hohem Niveau bewegt sich die Zahl an Gewaltdelikten im Jugendfußball: In den beiden letzten Spielzeiten vor Corona wurden 368 (Saison 2017/18) und 369 Verfahren (18/19) verhandelt, in denen knapp 12 000 beziehungsweise 11 000 Euro Strafen verhängt wurden. In der Saison 2019/20 waren es zum Zeitpunkt des Corona-Abbruchs bereits 191 Verfahren und rund 6000 Euro Strafen. „Wenn hier Vereine nicht bald erkennen, dass auch sie in der Verantwortung stehen und nicht nur Verband und Bezirk zuständig sind, hat so mancher Klub mittelfristig ein Problem“, warnt Torsten Krautz, der aller Unwägbarkeiten zum Trotz mit Vorschusslorbeer in seine zweite Amtszeit geht: „Er hat sein Amt in unruhigen Zeiten übernommen und die letzten drei Jahre grandios gemeistert“, lobte Verbandsjugendleiter Michael Supper, der Krautz als einen der erfahrensten Bezirksjugendleiter pries, der für alles offen sei, vieles probiere, hartnäckig bleibe. „Ich kann mir keinen Besseren wünschen“, schloss sich der Bezirksvorsitzende Rainer Veit mit der Hoffnung an, dass sich die Fußballfamilie im Bezirk im September wieder auf den Sportplätzen treffen kann.tb/uba

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