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Corona-Lage: Der nächste Winter steht bevor

Perspektive Kirchheims Oberbürgermeister Bader blickt hoffnungsvoll auf die kalte Jahreszeit – trotz Pandemie.

Kirchheim. Die Corona-Lage stellt sich derzeit wesentlich entspann­ter dar als noch vor einem Jahr: Ende Oktober 2020 war der Sommer, der trotz Pandemie beinahe „normale“ Bedingungen geboten hatte, schlagartig zu Ende gegangen: Zunächst musste die Gastronomie schließen, Mitte Dezember folgten die Geschäfte. Das war der Auftakt zu einem sieben-monatigen Lockdown, teilweise verschärft durch eine nächtliche Ausgangssperre. Hoffnung auf Änderung der Misere bot die Entwicklung von Impfstoffen - ohne dass klar war, wann und wie diese in welchen Mengen zum Einsatz kommen können. Das nervenaufreibende Prozedere, um einen Impftermin per Internet-Anmeldung ergattern zu können, war im vergangenen Herbst noch für niemanden abzusehen.

Jetzt ist es wieder Herbst, aber an einen Lockdown oder gar an Ausgangssperren muss niemand ernsthaft denken. „Im Moment sieht es ganz gut aus, dass wir auf der Basisstufe bleiben können und nicht auf die Warn- oder gar auf die Alarmstufe kommen“, sagte Kirchheims Oberbürgermeister Pascal Bader bei seinem Corona-Bericht im Gemeinderat.

Dem Impfen räumt er einen großen Stellenwert bei der Bekämpfung der Pandemie ein: „Seit August war der Impfbus an vielfältigen Stellen in der Stadt im Einsatz - vor dem Sommernachtskino, am Nanz-Center, am Ziegelwasen, aber auch in Lindorf, Ötlingen, Jesingen und Nabern, also in allen vier Teilorten.“ Um weiterhin Angebote für diejenigen bereitstellen zu können, die bislang noch keine Impfung erhalten haben, soll der Bus auch künftig unterwegs sein: „Wir haben uns dafür eingesetzt, dass er erhalten bleibt“, sagte der Oberbürgermeister.

Was dagegen nicht erhalten bleibt, sind die kostenlosen Schnelltests - nachdem jeder ein Impfangebot erhalten hat: „Ab 11.  Oktober sind sie weitgehend kos­tenpflichtig.“ Die Adler-Apotheke werde sich deswegen bis Ende des Monats aus dem Kornhaus zurückziehen und die Tests in den eigenen Räumen anbieten.

Eine rege Debatte knüpfte sich an den letzten Punkt an, den der Oberbürgermeister nannte: „Vom Land gibt es Fördermittel für mobile Raumluftgeräte und CO2-Messgeräte.“ Fraglich sei es allerdings, wann solche Geräte geliefert werden können, wenn die Bestellung erst nach Zusage von 80 Prozent Zuschuss erfolgen kann.

Linken-Stadtrat Heinrich Brinker hält die Ausstattung von Schulen und Kindertagesstätten mit Raumluftgeräten für längst überfällig: „Das hätte man im Land viel zügiger regeln müssen. Jetzt kommt der Winter, und da müssen wir damit rechnen, dass sich die Situation überall wieder verschärfen wird.“

Ralf Gerber von den Freien Wählern setzt dagegen auf die Kombination von Raumluftgeräten und Masken: „Jetzt Raumluftfilter anzuschaffen und gleichzeitig die Maskenpflicht aufzuheben, ist der falsche Weg. Wir brauchen beides - Filter und Masken. Ohne die Masken, die vergleichsweise einfach sind, ist es unsinnig, viel Geld für Geräte auszugeben.“

Völlig entspannt ist die Lage also nicht. Herbst und Winter werden noch viele Diskussionen um Filter, Masken oder Impfen bringen - aber hoffentlich keinen Lockdown mehr und keine Ausgangssperren. Andreas Volz

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