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Corona und Lesbos

Zur Nicht-Berichterstattung über Lesbos: Was sich zurzeit auf Lesbos zuträgt, ist das Ende europäischer Humanität und Rechtsstaatlichkeit: Flüchtlingen wird ihr Recht auf Asyl mit militärischer Gewalt verweigert und humanitäre Hilfe wird ihnen versagt - ein unglaublicher Skandal. Die „christlichen“ Parteien, die jetzt schweigen, haben kein Recht mehr, von einer „Wertegemeinschaft“ zu faseln, die gab es nie. Zum Glück schweigt die Evangelische Kirche nicht. Danke!

Aber die Südwestpresse hüllt sich in dröhnendes Schweigen: wochenlang nur Corona: Schutz der eigenen Wirtschaft und der eigenen Bevölkerung. Wenn die sogenannten „christlichen“ Parteien in Deutschland jetzt auf einer „europäischen Lösung“ beharren, statt mit eigenem Beispiel voranzugehen, während sich auf Lesbos eine unvorstellbare Katastrophe anbahnt, dann schreiben sie das Handeln des Heiligen Martin so um: „Ich teile meinen Mantel nur, wenn das auch die anderen tun.“ Das ist die Verkehrung der christlichen Botschaft in ihr Gegenteil.

Martin Brost, Dettingen

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