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Das große Vorbild ist eine Nummer zu groß

Tischtennis Dang Qiu lässt beim Top-Turnier in Doha aufhorchen, scheitert aber am Olympiadritten Jun.

Doha. Auch wenn Dang Qiu bei seiner zweiten Turnierteilnahme in Doha keine Medaille gewinnen konnte, verließ der Tischtennis-Profi aus Linsenhofen den Wüs- tenstaat Katar keinesfalls unzufrieden. „Es war schön, nach der einjährigen Corona-Pause endlich wieder auf internationalem Parkett antreten zu dürfen. Ich habe viele starke Spieler geschlagen und zudem auch gut gespielt“, fasste Dang Qiu zusammen.

Beim mit 400 000 US-Dollar dotierten WTT Star Contender war die Nummer 53 der Weltrangliste in der Einzel-Qualifikation an Position eins gesetzt. „Das bedeutet aber nicht, mühelos in das Hauptfeld zu kommen“, merkte der Bundesligaspieler des ASV Grünwettersbach an. „Die Quali zu überstehen, ist nie einfach. Das habe ich auch diesmal gemerkt. Umso mehr freue ich mich natürlich über meine drei Erfolge.“

Qiu startete zunächst mit einem mühelosen Drei-Satz-Sieg gegen Nandor Ecseki aus Ungarn. Kurz vor dem Aus stand der 24-Jährige anschließend gegen den Belgier Martin Allegro. Erst eine deutliche Leistungssteigerung bescherte Qiu den 8:11, 10:12, 11:6, 11:9, 11:3-Erfolg. Durch den nachfolgenden 3:1-Sieg gegen Thiago Monteiro (Brasilien) war der Sprung in die 48-köpfige Endrunde geschafft - der Siegeszug des Penholderspielers setzte sich fort.

Zum ersten Mal überhaupt gewann Dang Qiu gegen Andrej Gacina aus Kroatien. Dementsprechend groß war die Freude nach dem 8:11, 12:10, 11:9, 11:7. Als eine Nummer zu groß erwies sich dann allerdings Jun Mizutani. „Mein Vater hat Jun sehr lange trainiert. Deshalb war er auch häufiger bei uns zu Hause.“ Der Olympiadritte ist das große Vorbild von Qiu und zudem der erste Top-Ten-Spieler, „den ich persönlich kennenlernen durfte“. Vor zwei Jahren standen sich die beiden schon einmal gegenüber. Bei den Hongkong Open setzte sich Mizutani nach einem ausgeglichenen Spiel nur sehr knapp durch.

Diesmal verlief die Begegnung einseitig. Mit 7:11, 6:11 und 6:11 hatte Qiu das Nachsehen. „Ich habe leider nicht so gut gespielt wie zuvor in diesem Turnier. Außerdem war Jun sehr stark.“ Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf hatte vor der Begegnung auf eine Überraschung gehofft, „da Dang 2019 kurz vor einem Sieg stand. Diesmal spielte Jun jedoch sehr druckvoll und aggressiv.“ Aus der passiven Rolle konnte sich der Linsenhofener deshalb nur äußerst selten befreien.

Pech im Doppel

Eine Premiere feierte Dang Qiu im Doppel an der Seite von Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken). Das Duo war an Position zwei gesetzt, hatte jedoch bei der Auslosung Pech. Bereits im Achtelfinale standen die amtierenden Vize-Weltmeister Alvaro Robles (Spanien) und Ovidiu Ionescu (Rumänien) auf der anderen Tischseite. „Wir sind beide unter unseren Möglichkeiten geblieben“, so Qiu, der bis auf ein 30-minütiges Einspielen unmittelbar vor der Begegnung noch kein einziges Mal mit Franziska zusammen gespielt hatte. „Unsere Gegner kennen sich sehr gut. Wir hätten schon in Topform sein müssen, um überhaupt eine Chance zu haben.“ Mit 5:11, 5:11 und 6:11 verließ das Duo als Verlierer die Box. Marc Steinbrenner

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