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Das Grundgesetz gibt die Antwort

Zum Leserbrief „Herausforderndes Miteinander“ vom 25. April

Herr Westermann schreibt „Freiheit ist geordnete Selbstbindung an richtiges Wissen und moralisch Geltendes“. Er versucht sie mittels einer zweifelhaften Aneinanderreihung von Worthülsen zu bestimmen und vermengt allerhand einfach miteinander.

Was „Wissen“ betrifft: In den Wissenschaften und der Praxis wird heftig darüber gestritten; aber Herr Westermann weiß es offenbar, was „richtiges“ Wissen ist.

„Moralisch Geltendes“: Was als moralisch angesehen wird, kann je nach religiöser, philosophischer oder politischer Ausrichtung unterschiedlich ausfallen.

Dabei ist die Sache sehr einfach: Er dürfte bloß mal in das Grundgesetz reinschauen. In den Grundrechten ist Freiheit konkret in wohltuendem Gegensatz zu seiner wolkigen Formulierung bestimmt. In seiner Definition verwechselt er offensichtlich irgendwelche sozialen Werte mit der Freiheit. Freiheit jedoch bedeutet - entgegen seiner Auffassung - schlicht und einfach, dass Möglichkeiten des Entscheidens und Handelns bestehen - ob diese nun wahrgenommen werden oder nicht.

Wolfgang Randecker, Lenningen

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