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Das Kind beim Namen nennen

Zum Artikel „Lückenhafte Versorgung“ vom 30. September

In dem Artikel wird beklagt, dass „Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen wollen“, im Südwesten kaum entsprechende Angebote finden.

Zunächst, ich tue mich immer wieder schwer mit dem Begriff „Schwangerschaftsabbruch“. Es handelt sich doch bei einer Schwangerschaft um einen Zustand - früher sagte man: eine Frau ist in anderen Umständen. Kein Kranker geht mit der Bitte zum Arzt, er möge einen Krankheitsabbruch bei ihm vornehmen. Man kann doch das Schwanger-Sein nicht abbrechen. Es hört auf, wenn man das beseitigt, was zur Schwangerschaft führte: das Kind. Aber sei´s drum. In dieser Sache wird ja öfter mit verschleiernden Worten gesprochen, um das Kind nicht beim Namen nennen zu müssen.

Im Artikel „Lückenhafte Versorgung“ wird beklagt, dass viele Gynäkologen diesen Eingriff nicht mehr durchführen würden. Der dafür genannte Grund hat mich zu diesem Leserbrief veranlasst. Für „den Rückzug der Ärzte seien oft Anfeindungen von radikalen Abtreibungsgegnern“ ausschlaggebend.

Nun, Gott sei Dank gibt es noch Menschen, die die Tötung eines Kindes im Mutterleib grundsätzlich für nicht richtig halten. Ich habe aber noch nie gelesen, dass sich diese bei uns radikal verhalten hätten. Radikal allerdings verhalten sich immer wieder Abtreibungsbefürworter, so beispielsweise beim kürzlich stattgefundenen „Marsch für das Leben“ in Berlin mit ihrer gewaltbereiten Gegendemo.

Kann es denn nicht sein, dass Ärzten, die dieses „Angebot“ nicht machen, das Töten des Kindes zuwider ist, und sie das mit ihrem Verständnis vom Hippokratischen Eid nicht vereinbaren können?

Jürgen Rieker, Notzingen

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