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Das nächste Hochwasser abmildern

Gewässerschau Die Stadt Kirchheim nimmt die Flüsse und Bäche auf ihrer Gemarkung regel­mäßig unter die Lupe.

Kirchheim. Am Bach ist es schattig und kühl, und das Geplätscher des Wassers kann ungemein beruhigend sein. Wer also ein Grundstück hat, das an ein Gewässer grenzt, sucht mitunter gerade diese idyllische Nähe zum Bach. Wieder andere lagern dort Geräte, Müll oder Kompost. Beide Arten der Vereinnahmung des Uferstreifens können heikel sein, wie Eberhard Müller, der stellvertretende Leiter des Sachgebiets Grünflächen im Ausschuss für Infrastruktur, Wohnen und Umwelt mitteilte: „Immer wieder gibt es Ablagerungen oder wilde Verbauungen.“

Das zu verhindern, ist Aufgabe der Behörden. Dabei geht es aber nicht darum, die Anrainer von Gewässern zu schikanieren. Vielmehr geht es um einen wirksamen Hochwasserschutz. Solange der Bach nur wenig Wasser führt, kann sich kaum einer vorstellen, dass er sich in einen reißenden Fluss verwandeln könnte. Allenfalls die Ereignisse im Ahrtal und andernorts in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen haben die Gefahren stärker ins Bewusstsein gerückt. Auch in Kirchheim und Umgebung hat sich beim Hagelsturm im Juni gezeigt, was starker Regen bewirken kann - erst recht, wenn die Abläufe verstopft sind.

Die Stadt Kirchheim nimmt Flüsse und Bäche deswegen regelmäßig bei Gewässerschauen unter die Lupe. „Es ist wichtig, die Anlieger anzuschreiben, wenn sich dabei herausstellt, dass irgendwo etwas im Argen liegt“, sagt Eberhard Müller. Auf die Gewässerschauen folgen Gewässerentwicklungspläne - die mitunter sogar interkommunal erarbeitet werden.

Stadt erstellt Gefahrenkarten

Die Pläne geben der Verwaltung einen Überblick darüber, was an jedem einzelnen Wasserlauf getan werden muss. Die Pläne sind auch eine wesentliche Voraussetzung, um Fördergelder für bestimmte Arbeiten beantragen zu können. Und schließlich geben sie Auskunft über Hochwassergefahren. Zugleich erstellt die Stadt eine Starkregengefahrenkarte. Beides zusammen soll nicht nur einen Handlungsleitfaden für die Verwaltung darstellen, sondern auch für Anwohner - wenn sie aus den Karten ablesen können, wie stark gefährdet ihre Grundstücke sind.

Die Gewässerunterhaltung auf städtischer Gemarkung dient dazu, den Hochwasserabfluss möglichst geordnet sicherzustellen. Zu diesem Zweck werden querliegende Baumstämme entfernt oder auch Schäden durch Ufererosionen behoben. Hinzu kommen die Unterhaltung und Optimierung von Rechen und Einlaufgittern, aber auch die Verkehrssicherungspflicht bei Bäumen an Gewässern. Da hat sich in den vergangenen Jahren schon einiges getan: „Diesen Winter sind es weniger Bäume, die gefällt werden müssen.“ Andreas Volz

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