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Das Sensationsgerät „Piccolo“ soll sogar bei Willi Brandt zum Einsatz gekommen sein

1921 gründete Robert Schöttle senior in Stuttgart die „Elektrotechnische Spezialfabrik für Staubsauger und Gebläse“, die später den handlicheren Namen Electrostar erhielt. Zur Produktion von Staubsaugern kam die von Warmlufthändetrocknern - Electrostar sieht sich als Erfinder dieser Apparate. 1928 zog die expandierende Firma nach Reichenbach. Hans Schöttle stieg in den 1940er-Jahren ins Unternehmen ein.

Schwager Peter Kotthaus, der ebenfalls in der Geschäftsführung war, verantwortete die humorvollen Werbekampagnen Electrostars. „Er hat die Lebenslust mitgebracht“, erinnert sich Robert Schöttle junior, der ab 1981 an der Firmenspitze stand. Seit 2007 ist Roman Gorovoy Geschäftsführer. Er hat die Firma aus der Krise gebracht und daraus wieder ein profitables Familien-Unternehmen gemacht.

Unter den Electrostar-Haushaltsgeräten waren aus heutiger Sicht verrückte Produkte, die teilweise prominente Kunden an Land zogen. Zum Beispiel die Piccolo-Modelle in den 1950er-Jahren, die Küchenmaschine, Staubsauger und Haartrockner vereinten. Sogar der spätere Bundeskanzler Willy Brandt soll einen gehabt haben. „Es war ein Sensationsgerät“, erinnert sich der frühere Electrostar-Chef, Robert Schöttle junior.

Das war von Beginn an die Ambition von Firmengründer Robert Schöttle senior: „Mein Großvater legte großen Wert darauf, dass er kein schwäbischer Tüftler und Garagenerfinder war, sondern von Anfang an das Ziel hatte, Staubsauger in Serie zu produzieren.“ Der vielleicht größte Fan Patrick Jöckle aus der Südpfalz hat die Facebook-Seite „Der Starmix - Die Sammlerseite“ erstellt- eine Art digitales Museum.

Starmix-Geräte sind nicht nur Requisit für Retro-Fotografien, sondern werden auch genutzt - bis auf den Sauger Starboy: „Von ihm habe ich mich ein bisschen verabschiedet, weil ich beim Saugen immer niesen musste“, sagt Sammler Jöckle. Heute produziert die Firma unter der Marke Starmix unter anderem leistungsfähige Spezialsauger, Hände- und Haartrockner sowie neuerdings Desinfektionsspender.

Seit Übernahme der Kirchheimer Firma Haaga gehören auch Kehrmaschinen zum Programm. Die Belegschaft ist von 95 Personen 2005 auf 200 angewachsen. Der Umsatz von 20 Millionen im Jahr 2005 stieg auf fast 41 Millionen 2020. In den nächsten zwei bis drei Jahren will Electrostar die 50-Millionen-Marke knacken. 2021 ist der Auftragseingang laut Gorovoy so hoch wie nie. Aber es gibt Engpässe bei den Rohstoffen.gg

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