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Dem Spieltrieb einfach freien Lauf lassen

Fest Die achte Ausgabe von „Wendlingen spielt“ war gut besucht. 26 örtliche Vereine sorgen für ein großes Angebot, das vor allem die Kinder erfreut. Von Thomas Krytzner

Da werden Kinderträume wahr: Wasser marsch auf dem Wendlinger Fest. Foto: Thomas Krytzner
Da werden Kinderträume wahr: Wasser marsch auf dem Wendlinger Fest. Foto: Thomas Krytzner

Was einst vor acht Jahren als Testlauf an der Eusebiuskirche in Wendlingen begann, hat sich längst zum festen Termin der Bevölkerung gemausert. Wenn Wendlingen spielt, dann spielen gefühlt alle mit. Nicht zuletzt die vielen Besucher im zweiten Jahr waren der Grund, dass die Veranstaltung in die Stadtmitte zog und seit sieben Jahren auf dem Marktplatz und rund um das Rathaus stattfindet.

Bürgermeister Steffen Weigel, dem das gemeinsame Spielen von Kindern und Eltern eine Herzensangelegenheit ist, eröffnete den bunten Reigen. Mit der Empfehlung: „Nutzt die Zeit, besucht die Stände in aller Ruhe und genießt den Tag“, gab er den Startschuss und ließ die Spiele beginnen. Bärbel Greiler-Unrath, Gemeindediakonin der evangelischen Kirche zeigte sich zufrieden: „Schön, dass so viele Kinder, Eltern und Verwandte der Einladung gefolgt sind.“ Aus einer kleinen Idee ist eine Großveranstaltung geworden und irgendwie fühlt man die Routine in der Organisation. „Es funktioniert seit Jahren immer gleich: Kurz nach Weihnachten schreiben wir die ortsansässigen Vereine mit einem Rundbrief an. In diesem Jahr haben wir sogar eine Rekordteilnahme - 26 Vereine sind am Spieltag dabei.“

Auch in der Bevölkerung kommt die Veranstaltung gut an, wie die Initiatorin feststellt. „Viele Kinder, die schon aus dem Spielealter raus sind, kommen jedes Jahr wieder und machen mit.“ Bärbel Greiler-Unrath lobte die Zusammenarbeit mit dem Bauhof. „Die Mitarbeiter mussten die ganze Logistik, Straßensperrungen und dieses Jahr Desinfektionsmaterial organisieren, das sind alles Arbeiten, die man während des Festes kaum sieht.“

Nachtwanderer passen auf

Deutlich zu sehen waren hingegen die liebevoll gestalteten Stände der einzelnen Vereine. So konnten Kinder und Eltern auf dem Marktplatz ein Tennismatch bestreiten oder sich im Seilhüpfen ausprobieren. Geschicklichkeit und vor allem einen ruhigen Kopf brauchten Jung und Alt beim Entenfischen: Die Angelrute hielt man nämlich nicht einfach in der Hand, sie war an einem Helm angebracht. Beim Rollstuhl-Parcours konnten die Spielerinnen und Spieler ausprobieren, wie man das Hilfsgerät für Gehbehinderte antreibt und steuert. Wer seinem Spieltrieb lieber im Schatten nachging, spazierte auf den Saint-Leu-la-Forêt-Platz vor dem Rathaus. Dort warteten weitere Geschicklichkeitsspiele und sogar ein Foto Quiz. Dieses hatten die Wendlinger Nachtwanderer sich für die Kinder und Eltern ausgedacht.

Die Nachtwanderer sind nach Einbruch der Dämmerung in Wendlingen unterwegs und kümmern sich vor allem um Kinder. Der Leiter der Nachtwanderer, Lothar Schindler, präzisiert: „Wir kennen die Plätze, wo sich Kinder und Jugendliche zu später Stunde aufhalten. Da fragen wir auf unseren Rundgängen mal nach, ob es den Kindern gut geht und wir hören einfach mal zu.“ Von April bis November sind die fünf Ehrenamtlichen jeweils freitags und samstags ab halb zehn Uhr abends unterwegs. „Wir suchen weitere ehrenamtliche Helfer, damit wir noch häufiger für die Kinder da sein können“, betont Lothar Schindler.

Wer sich nun auf dem schattigen Platz genug abgekühlt hatte, aber immer noch Hitze verspürte, fand bei der Freiwilligen Feuerwehr Wendlingen die gewünschte Abkühlung: Dort konnten Kinder sich als Feuerwehrangehörige beweisen und sich an der Wasserspritze versuchen. Gleich nebenan hatten Mitglieder der DRK Bereitschaft Wendlingen das Bärenkrankenhaus eröffnet. Da wurden die Kinder rasch zu Ersthelfern und lernten an geduldigen XXL-Teddybären, wie man Wunden richtig verbindet.

An der Torschusswand des Fußballklubs versuchten vor allem die Jungs, das Leder zu versenken. Um ein bisschen zur Ruhe zu kommen, setzten sich Eltern und Kinder gerne gemeinsam an die Spieltische und ließen sich nicht ärgern, wenn die Vier gewann. Nach einem kleinen Ausflug in den Skisport, bei dem es galt, zu zweit geschickt auf Holzlatten einen Parcours zu durchlaufen, konnten Kinder - und vor allem Väter - im übergroßen Wasserbecken ferngesteuerte Schiffsmodelle cruisen lassen. Und wem das alles noch nicht genug war, der konnte zum Abschluss des Spieletages in Wendlingen eine Runde Tischtennis mit großen Bällen spielen.

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