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„Dem Verein fehlt Vertrauen“

Fußball In Neckarhausen haben VfB-Fans über die aktuelle Situation in Stuttgart und Ex-Profi Erwin Waldner diskutiert.

Nürtingen. Eine Hommage an Neckarhausens erfolgreichsten Sportler Erwin Waldner und eine Diskussion über die aktuelle Situation beim VfB Stuttgart - in der Sportsbar des TB Neckarhausen haben Fans der „Roten“ und Nostalgiker einen kurzweiligen Abend erlebt. Moderator Andreas Waldner, Sohn des 2015 verstorbenen Ex-VfB-Profis, begrüßte unter den Gästen auch Marc Schlecht, Kandidat für einen Präsidiumssitz im VfB-Vereinsbeirat.

Waldner blickte in einer Bilderpräsentation und in Filmausschnitten auf die Karriere seines Vaters, den 13-fachen Fußballnationalspieler und einen der ers­ten deutschen Auslandprofis überhaupt. 1952 holte Trainer Georg Wurzer das 19 Jahre alte Neckar­hausener Talent zum VfB. Viel Geld war damals im deutschen Fußball noch nicht zu verdienen, weshalb es Erwin Waldner 1960 über den FC Zürich zum italienischen Erstligisten Ferrara zog.

20 000 Mark Ablöse

Der VfB, für den Waldner mehr als 300 Spiele absolvierte, holte ihn für die erste Bundesligasaison 1963/64 für eine Ablöse von 20 000 Mark wieder ins Ländle. Im historischen Filmdokument war auch zu sehen, wie der damals 30-jährige Waldner Fitnessübungen auf dem Neckarhäuser Rasen absolvierte und wie es im Training auf dem Clubgelände zuging. Ausschnitte aus der ARD-Sportschau, vom ersten Bundesligaspiel von Waldner mit dem VfB gegen Schalke, rundeten den Filmvortrag ab. „Meinem Vater hat die Unterstützung als Nationalspieler gefehlt“, kreidete Waldner junior den damaligen VfB-Funktionären an, und leitete damit auf den VfB-Vereinsbeiratskandidaten Marc Schlecht über.

Schlecht will was bewegen

Der 45-Jährige war selbst Profifußballer in der zweiten Bundesliga und sieht daraus eine gute Qualifikation für seine Kandidatur, für die er sich Außenseiterchancen ausrechnet. „Ich möchte etwas bewegen und nicht nur verwalten“, versprach Schlecht im Falle seiner Wahl. Er vermisse auch heute das Vertrauen des Vereins zu seinen Spielern, zog Moderator Waldner Parallelen zur Aktivenzeit seines Vaters zur heutigen Situation beim VfB und stieß damit eine angeregte Diskussionsrunde an. Viele Spieler könnten beim VfB ihr Potenzial nicht entfalten, avancierten aber dann bei anderen Vereinen zu Leistungsträgern, stellte Marc Schlecht ein Phänomen in den Raum.

In einer Beziehung habe sich an der Mercedesstraße im Vergleich der Sechzigerjahre zu heute aber nicht viel verändert: Es gab damals wie auch heute schon zu viele Trainerwechsel, waren sich die Experten einig. rf

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