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Den Begriff bemängelt

Zum Leserbrief „Wirklichkeit erkennen“ vom 23. November

Jörn Ziegler behauptet, ich hätte Stefan Scholl Sympathien für die Ausrottung des russischen Volkes unterstellt. Dem möchte ich ausdrücklich widersprechen, an keiner Stelle habe ich dies geschrieben beziehungsweise andeuten wollen. Ich habe lediglich die Benutzung des Wortes „ausrotten“ im Zusammenhang mit Menschen bemängelt.

Wie Herr Ziegler zum Ergebnis kommt, dass Herrn Scholls Berichterstattung ausgewogen sei, kann ich nicht nachvollziehen. Stefan Scholl ist wie viele seiner Kollegen ein Meister der Lücke. Wenn der Leser von ihm wissen will, wer den Krieg im Donbass angezettelt hat, dann bricht der einfach so aus. Oder wenn man von ihm erfahren will, wer andere Menschen anzündet, dann geht das Gewerkschaftshaus in Odessa wie von selbst in Flammen auf. Exakt wird Scholl dann, wenn es um die Verbreitung seines politischen Weltbilds geht. Dann mutiert er auch mal zum Experten für Völkerrecht und weiß genau, dass auf der Krim keine Sezession, sondern eine Annexion stattfand. Es wäre hilfreich für viele Leser, wenn Journalisten wie Scholl ihr neutrales Mäntelchen ablegen und ihre Präferenzen deutlicher benennen würden.

Stefan Kromer, Kirchheim

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