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Den Superausbau braucht es nicht

Zum Artikel „Mangelhaftes Gutachten sorgt für weitere Verzögerung“ vom 7. Februar

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Was für ein Eiertanz um den Ausbau der Kreisstraße K 1203 im Kreis Esslingen und K 1420 im Kreis Göppingen, Verbindungsstraße zwischen Ohmden und Schlierbach!

In letzter Zeit ist festzustellen, dass der Bauboom und übertriebene Pflegemaßnahmen die Natur arg malträtieren. Politiker, Mitarbeiter von Behörden und Gemeinden erwähnen ständig, dass wir mit unseren Flächenressourcen sparsam umgehen müssen.

Das Gegenteil ist der Fall! Mit den zur Verfügung stehenden Flächen wird umgegangen, als ob sie jederzeit vermehrbar wären. Dies ist leider nicht der Fall! Wenn man in Deutschland oder auch in Europa unterwegs ist und ähnliche Verbindungsstraßen nutzt, stellt man fest, dass die besagte Straße noch hervorragend befahrbar ist. Es muss nicht alles bis zur Perfektion und schnieke umgewandelt werden. Allen Gartenbesitzern wird empfohlen, eine Schmuddelecke einzurichten, damit sich Igel, Schmetterlinge und andere Insekten ein Refugium schaffen können.

Ich plädiere daher dafür, die Straße nicht auszubauen, die 1,8 oder über 2 Millionen Euro anderweitig sinnvoller auszugeben, zum Beispiel an geeigneten Straßenböschungen oder -rändern bunt blühende Saatmischungen auszusäen. Die Geschwindigkeit auf 50 Kilometer pro Stunde zu reduzieren, die Bankette leicht zu befestigen und fertig. Zwischenzeitlich ist das Insektensterben in aller Mund, und wenn es nicht gestoppt wird, gehen wir Menschen grausigen Zeiten entgegen. Die Flora und Fauna wird es uns danken und der Flächenverbrauch würde um wenige Promille verringert.

Bernd Budde, Schlierbach