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Der Bahnhof soll funktionieren

Zu den Artikeln „Nur weil ein Minister eine Idee hat“ vom 23. Juli und „S 21: Bund bestätigt lange Umsteigezeiten“ vom 2. August

Was soll man da noch sagen, manchmal bleibt einem fast die Spucke weg. Da hat einer mal eine Idee, eine sehr gute sogar, ein Grüner ist er, ein Minister und prompt wird sie von einem Parteifreund in die Pfanne gehauen. Nun ist es aber so: Der eine ist oft und überwiegend positiv in der Presse und hat auf seinem Gebiet schon viel in Bewegung gebracht, der andere weniger. Also Kuhn gegen Hermann, da ist doch hoffentlich kein Neid im Spiel. Seit wann wäre Neid grün?

Die schlechteste Idee war sicher, S 21 überhaupt zu erdenken. Es waren vier große „Denker und Ideengeber“ als Geburtshelfer tätig. Diese Geburt hat bis heute Nachwehen von großer Nachhaltigkeit: so etwas wie eine „Stuttgarter Schwarze Suppe“. Die Grünen als Erben müssen sie nun auslöffeln, was ihnen schwer fällt, und sie löffeln dabei auch noch von verschiedenen Seiten.

Kuhn, nicht bekannt für Neues und Bahnbrechendes, kritisiert seinen innovativen Kollegen Hermann wegen dessen Idee für einen unterirdischen Ergänzungsbahnhof, damit S 21 doch noch leistungsfähig wird und damit zukunftsfähig. Das wäre zum Vorteil aller: Bahnbenutzer und Stadt. Kuhn jedoch stört der Nachteil, dass das kleine Wohngebiet, das auf einem Teil der durch S 21 frei werdenden Fläche geplant ist, sich verzögern würde. Etwas sehr kurzsichtig und fast schon verantwortungslos. Sollte sich im Nachhinein herausstellen, dass die Idee richtig gewesen wäre, hätte man in Stuttgart die letzte Chance verspielt, die sehr problematische DB-Planung zu verbessern. Dabei wäre ein funktionierender Bahnhof ein entscheidender Beitrag zur Lösung all der vielen ungelösten Verkehrsprobleme, die Stuttgart negativ belasten. Jetzt liegt endlich eine gute Idee auf dem Tisch! Das verlangt von allen Beteiligten schnelle und konstruktive Zusammenarbeit. Immer noch droht die Schwärze der „Stuttgarter (Verkehrs)suppe“. Sollte es nicht klappen, dann wäre das fatal. Fazit: Dem einen fehlen die Ideen, dem anderen werden sie zerpflückt - auch ein „grüner“ Baum hat (leider) nicht nur grüne Äste.

Rüdiger Probst, Kirchheim

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