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Der Ball rollt in Kirchheims Kneipen

Freizeit Die Gastronomen der Stadt dürfen zum heutigen Start der Fußball-EM Fernseher aufstellen. Ein klassisches Public Viewing ist aber mit Auflagen verbunden und bislang noch nicht angemeldet worden. Von Thomas Zapp

Falls es noch nicht alle mitbekommen haben: Heute fängt die Fußball-EM an, die corona-bedingt ein Jahr später ausgetragen wird. Als erstes dürfen die zuletzt arg gebeutelten Gastronomen jubeln: Denn nicht nur dass dank einer Inzidenz unter 35 mit der dritten Öffnungsstufe die Test-Pflicht im Außenbereich wegfällt: Sie dürfen dazu auch Bildschirme aufstellen.

König Fußball setzt aber nicht die mittlerweile gewohnten Regeln außer Kraft: Drei Haushalte mit maximal zehn Personen dürfen zusammensitzen, Geimpfte, Genesese oder Kinder bis 13 Jahren zählen nicht mit. Das Abstandsgebot von 1,50 Metern zwischen den Tischen draußen, die Maskenpflicht auf den Laufwegen zum Tisch oder Toilette sowie die Erfassung der Kontaktdaten gelten weiter. Auch die Obergrenze für Besucher hat weiterhin Bestand: Im Innenbereich darf sich ein Gast pro 2,50 Quadratmeter aufhalten. Für den dauerhaften Aufenthalt im Innenbereich braucht es wiederum einen Nachweis über Test, Impfung oder eine überstandene Corona-Erkrankung.

Während die Gastronomie auf die EM setzt, sind bei der Stadtverwaltung noch keine Anträge für ein „Public Viewing“ im klassischen Sinne eingegangen: Zwar wäre nach den Plänen des Sozialministeriums Kunst- und Kulturveranstaltungen bei einer Inzidenz von stabil unter 35 im Freien mit bis zu 750 Menschen möglich. Das gilt auch für eine Sportübertragung. In dem Fall müssten Ordner dafür sorgen, dass diese Zahl nicht überschritten wird und die Abstände eingehalten werden, heißt es beim Ministerium. Diesen Aufwand will zumindest in Kirchheim derzeit noch keiner betreiben. Vielleicht wartet der ein oder andere noch ab, wie gut Deutschland durch das Turnier kommt.

Das heutige Auftaktspiel Italien gegen die Türkei kann man zum Beispiel im Storms am Marktplatz schauen. Inhaber Dirk Storm will außen drei Fernseher aufstellen, innen stehen zwei weitere. Nachbar Robert Ruthenberg legt im „Waldhorn“ mit der Partie Deutschland gegen Frankreich am Dienstag, 15. Juni, los. Auf der linken Terrasse werden dafür zwei 85 Zoll große LED-Bildschirme aufgestellt. „Man darf aber nur sitzen“, betont er. Dabei muss die gewohnte Bestuhlung bestehen bleiben. „Die üblichen Tische gegen lange Biertische und Bänke auszutauschen, ist nicht gestattet. Sonst könnte man die 1,50 Meter-Regel umgehen“, sagt Kirchheims Sprecher Robert Berndt.

Das Bistro 93 in Jesingen hat aufgrund der vorgeschriebenen Personen-Dichte Platz für 46 Personen im Inneren. „Wir zeigen alle Spiele und haben noch ein Tipp-Spiel organisiert“, sagt Wirt Thomas Heidkamp, der auch noch Gewinne für die Tipper organisiert hat. Was bei ihm dann los sein wird, ist unklar. Zeit darüber nachzudenken, hat er ohnehin nicht: „Wir sind von 0 auf 500 gestartet.“ Kein Zelt wie bei der letzten WM, sondern ein „kleines Public Viewing“ im Biergarten und im Inneren seiner „Wunderbar“ am Platz der kleinen Freiheit bietet Gunnar Stahlberg. Jeweils zwei Fernseher stehen innen und außen zur Verfügung. „Gegenüber im Freudenhaus haben sie einen 80-Zoll-Fernseher“, sagt er. Auf dem gesamten Platz entsteht dadurch ein Public-Viewing-Ambiente, ohne dass einer der Beteiligten gegen die Auflagen verstößt. Ebenfalls mit dem Deutschland-Spiel beginnt Michael Holz im Burgerrestaurant 3K, zwei Fernseher hat er dafür aufgehängt. Im Biergarten des Teckkellers an der Jesinger Straße werden auch zwei Bildschirme stehen. Dort geht es aber erst am Samstag, 19. Juni, mit dem Spiel Deutschland gegen Portugal los.

Bleibt noch die Frage nach den Öffnungszeiten. Unbabhängig von Corona gilt für die Außengastronomie die 23-Uhr-Sperrstunde. Doch da gibt es frohe Kunde: „Mit Rücksicht auf Verlängerungen und mögliche Elfmeterschießen bei Spielen ab 21 Uhr wird diese bis zum Spielende ausgeweitet“, sagt Robert Berndt. Nach Spielende müssen Fans die Außengastronomie aber verlassen und dürfen draußen nicht mehr bewirtet werden. Nur im Innen darf die EM-Party, sofern es die jeweilige Konzession erlaubt, coronakonform bis ein Uhr weitergehen.

Sitzend, nach Tischen getrennt: So ähnlich wie hier 2018 könnte das Fußball-Schauen aussehen.Archivfoto: Markus Brändli
Sitzend, nach Tischen getrennt: So ähnlich wie hier 2018 könnte das Fußball-Schauen aussehen.Archivfoto: Markus Brändli

Das Downstairs öffnet mit Außenbereich

Die Cocktailbar „Downstairs“ in der Dettinger Straße geht mit neuen Betreibern morgen ab 19 Uhr wieder an den Start. Die wichtigste Neuerung: Am Bächlein in der Mitte der Straße gibt es künftig auch 35 Tische, mit Stühlen, an denen die Drinks unter freiem Himmel eingenommen werden können.

Im Innenbereich gelten für die Gäste nach wie vor die „drei G“: geimpft, genesen oder getestet. Die Kontaktdaten kann man per Luca App, QR Code oder klassisch mit Block und Stift abgeben. „Wir haben ein Hygienekonzept parat, man muss lediglich beim Betreten und auf den Wegen zu den Toiletten eine Maske tragen“, sagt Markus Schilling.

Der Ohmdener hat mit Benjamin Henzler, mit dem er die Gastro- und Eventfirma Inventive betreibt, das Downstairs von Michael Malina übernommen. Die Drinks wird aber künftig Manuel Kurfess mixen (Foto). Zum Start wird das Downstairs am Donnerstag, Freitag und Samstag öffnen. Weil wegen der aktuellen Verordnungen etwas mehr Abstand gehalten werden muss und weniger Platz zur Verfügung steht, empfiehlt Markus Schilling eine Reservierung unter info@downstairs.bar oder telefonisch immer ab 16.30 Uhr unter der Nummer 0173/5 24 41 14. zap

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