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Der böse Individualverkehr

Zum Artikel „Riemer kündigt ,schöne neue Ortsmitte‘ an“ vom 4. Mai

Warum wundert man sich, warum nur nicht einmal 20 Leute zu der Infoveranstaltung der Stadt am 2. Mai gekommen sind? Vielleicht war es tatsächlich so, dass dieser Termin nicht ausreichend bekannt gemacht wurde. Aber vielleicht ist es auch so, dass die Bürger eigentlich sowieso schon wissen, was sie zu hören bekommen. Nämlich ideologische Phrasen, wie man sie von unserer Oberbürgermeisterin und den Herren Riemer und Pohl ständig zu hören bekommt. Der böse Individualverkehr mit Automobilen ist Teufelszeug und nicht mehr zeitgemäß und muss aus Stadt und Ortschaft verbannt werden. In jedem Satz wird das Fahrrad als das Fahrzeug schlechthin gelobt, und jeder, der sich nicht zum Fahrradfahren zwangsverpflichten lassen will, ist ein schlechter Mensch.

Deshalb müssen in die neue Stuttgarter Straße so viele Bremsen wie möglich für die Autofahrer eingebaut werden. Angefangen natürlich mit, und mittlerweile leider schon obligatorisch, Tempo 30. Dazu Busvorberechtigungen, damit die Busse in Zukunft in aller Ruhe auf der Fahrbahn halten können. Fahrradstreifen auf der Fahrbahn, damit die von der Stadt so geliebten Radfahrer jetzt noch effektiver den Verkehrsfluss einbremsen können, obwohl zum Beispiel an der Lauter entlang schon gut ausgebaute Radwege vorhanden sind.

Was allein schon Tempo 30 ausrichten kann, weiß jeder, der sich morgens auf Höhe der Bürgerseen in die Schlange Richtung Reudern stellen muss, oder wenn er Richtung Wernau kurz hinter dem Freitagshof zu stehen kommt. Ich habe nichts gegen eine verkehrsberuhigte Straße für den Ortsverkehr, aber dann muss es eine Alternative für den Durchgangsverkehr in und aus der Stadt heraus geben. Und damit meine ich nicht eine Fahrt von Weilheim nach Köngen, denn da gibt es tatsächlich eine Alternativroute.

Peter Lang, Kirchheim

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