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Der Bruddler und die Burschikose

Ein neuer Stuttgart-Roman. Der reiche, schrullige Menschenhasser Jonathan Haber hat sich beide Arme gebrochen. Weil er erst einmal nicht allein zurechtkommt, sucht er notgedrungen nach einer Haushaltshilfe. Die ersten Kandidatinnen vergrault er allerdings in kürzester Zeit. Erst als die junge, etwas chaotische und burschikose Lena auftaucht, ändert sich etwas. Lena steht dem bruddelnden Millionär an schlechter Laune und rüdem Benehmen in nichts nach, sie hat eigene Probleme: Ihre Lebensplanung mit Ehe und Familie ist gerade zerbrochen. Während Lena Jonathan durch den Alltag hilft, erfährt dieser zum ersten Mal seit Jahren am eigenen Leib, was er bisher nur anderen zugemutet hat: wie man sich fühlt, wenn mit einem grobschlächtig umgegangen wird. Das rüttelt ihn allmählich wach. Er beginnt sich für Lenas unglückliche Liebe zu interessieren, aber die verbittet sich jede Einmischung. Der einzige Weg, ihr zu helfen, scheint das Internet zu sein. Aber: Obwohl vor Jahrzehnten mit Computerprogrammen reich geworden, verweigert Jonathan sich seit langem dieser Technik. Nach einigem Zögern schafft sich Jonathan schließlich doch heimlich Laptop und Smartphone an und beginnt sich mit Social- Media-Kanälen zu beschäftigen. Und wirklich kommt er auf diese Weise unerkannt in Kontakt mit Lena. Doch dann geht alles schief.

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Zwei Likes für Lena. Roman von Jürgen Seibold. Erschienen im Silberburg-Verlag, Tübingen und Karlsruhe, 288 Seiten, Euro 12,90.