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Der Erzrivale sagt „Danke“

Zum Artikel „Drohende Klage bremst Foodtrucks aus“ vom 5.  April

Des einen Leid, des and‘ren Freud: Die Abschiebung des Foodtruck Festivals vor die Kirchheimer Stadttore und die zu befürchtende weitere Reduzierung von Open-Air-Veranstaltungen im Stadtzentrum haben einen eindeutigen Gewinner: Nürtingen! Und mit der Kirchheimer Bevölkerung ungleich mehr Verlierer!

Vor einigen Jahren gelang Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker während der Rede zum traditionellen Dämmerschoppen der Stadt Kirchheim eine bemerkenswerte Spitze. Sinngemäß konstatierte unser Stadtoberhaupt damals, dass das einzige, nach 22 Uhr in Nürtingen vernehmbare Geräusch, das Absatzstakkato derer sei, die nach Kirchheim zum Feiern gehen. Touché! Das saß - und nicht nur die Oberbürgermeisterin war richtig stolz darauf.

Traurigerweise wendet sich das Blatt nun allerdings. Dank einiger direkt betroffener Anwohner und einer Handvoll „Trittbrettfahrer“ an den Einfallstraßen gibt unsere schöne Stadt quasi kampflos auf und lässt sich vom Erzfeind den Rang ablaufen. Vorbei die Zeit, als Kirchheim noch als Zentrum für launige bis lauschige Abendveranstaltungen unter freiem (oder beschirmtem) Himmel galt, als Bürger nicht nur aus der rivalisierenden Altkreisstadt sondern auch aus Göppingen oder gar Esslingen in die Teckstadt pilgerten. Wer den Vorteil genießt, im Stadtzentrum zu leben, muss doch damit rechnen, dass es mehr Aktivitäten gibt, als in Jesingen auf dem Kelterplatz oder in Nabern vor der Zehntscheuer. Wer es gerne beschaulich und ruhig hat, für den bieten Lindorf, Ötlingen, Jesingen und Nabern beste Voraussetzungen für eine sehr überschaubare Anzahl von Veranstaltungshighlights unter freiem Himmel.

Kirchheim scheint sich geradewegs in die Langeweile und in den (überalterten) Geisterstadtmodus zu manövrieren, in dem abends um 22 Uhr quasi das Trottoir hochgeklappt und daheim nur noch „Ultracouching“ betrieben wird. Aber Achtung: Fenster zu und nicht so laut schnarchen - sonst droht vielleicht eine Klage!

Dr. Andrea Tick-Waider, Kirchheim

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