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Der GAU Stuttgart 21

Zum Artikel „Stuttgart 21 soll 8,2  Millionen Euro kosten“ vom 26. Januar

Vor einem Jahr wurde noch steif und fest behauptet, das Projekt Stuttgart 21 würde 6,5 Milliarden Euro kosten. Was bereits 2 Milliarden über dem Betrag lag. Alles, was darüber liegt, würde laut Bahnvorstand Grube die Bahn in die Verlustzone bringen. Nun erfahren wir, dass die Bahn 8,2 Milliarden benötigen wird, also sie 3,7 Milliarden Verlust machen wird. Der Bundesrechnungshof hat schon vor längerer Zeit 10 Milliarden errechnet und die wunderbaren Kostenrechnungen der Bahn als Wunschdenken charakterisiert. Wer zahlt eigentlich die zusätzlichen 3,7 Milliarden? Wer zahlt die weiteren Kostensteigerungen?

Es ist schon erstaunlich, wie ein „Staatsunternehmen“ wie die Bundesbahn mit Rückdeckung der Bundesregierung und Landespolitikern Milliarden Euro verzocken darf.

Die Öffentlichkeit hat ein Recht auf vollständige Information und auf Alternativen. Warum werden nicht alle Gutachten offengelegt? Warum wird der Baustopp und das alternative Konzept „Umstieg 21“ nicht erwogen. „Umstieg 21“ hat ein Konzept vorgelegt, das die entstandene Baugrube nutzt und ein zeitgemäßer Bahnhof für die Hälfte der Kosten von Stuttgart 21 verwirklicht werden kann - mit erheblich mehr Kapazität und Nutzen für den Bahnverkehr.

Wer glaubt, mit Augen zu und durch, ließe sich dieses Projekt zu Ende bringen, täuscht die Menschen in der Region. Da die Bahn mehr und mehr Verluste anhäuft, werden das Land, die Region und die Stadt Stuttgart Milliarden zahlen, um ein Projekt zu beenden, das uns am Ende einen schlechteren Bahnhof beschert. Diese Mehrausgaben werden dazu führen, dass für den ÖPNV und andere Infrastrukturmaßnahmen, die dringend für den Klimaschutz notwendig sind, Gelder fehlen werden. Und obendrein wird S 21 dem Berliner Flughafen in puncto Missmanagement noch den Rang ablaufen und als größter anzunehmender Unfug (GAU) in die Geschichte eingehen.

Heinrich Brinker, Kirchheim

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