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Der Kino-Sommer kann kommen

Veranstaltung Reimund Fischer rechnet für sein Cinema-Open-Air auf dem Kirchheimer Martinskirchplatz mit 500 bis 1000 erlaubten Gästen pro Abend. Von Andreas Volz

Im Idealfall soll es im August auf dem Martinskirchplatz so zugehen wie im Vor-Corona-Sommer 2019. Archiv-Foto: Carsten Riedl
Im Idealfall soll es im August auf dem Martinskirchplatz so zugehen wie im Vor-Corona-Sommer 2019. Archiv-Foto: Carsten Riedl

Gastronomie und Veranstaltungsbranche können nach vielen Monaten Zwangspause neue Hoffnung schöpfen: Erste Öffnungsschritte nach dem Pandemie-Lockdown seit Ende Oktober sind der Beginn eines Wegs, der zu so etwas wie einem „normalen“ Sommer in der Stadt führen soll.

Ein Veranstalter, der den Sommer schon namentlich „gepachtet“ hat, ist Reimund Fischer. Auch er hofft, vom 5. bis zum 29. August auf dem Kirchheimer Martinskirchplatz ein möglichst normales Sommernachtskino anbieten zu können: „Das Kulturleben wird jetzt so langsam aus seinem Wachkoma geholt - und wir freuen uns, dass wir jetzt unser Open-Air-­ Kino planen können.“

Er hofft, dass pandemie-politische Entscheidungen keinen Einfluss mehr auf seine 25 Kinonächte im August ausüben - allenfalls einen guten Einfluss: „Bis dahin müsste ein Großteil unseres Publikums schon doppelt geimpft sein.“ Das hätte viele Vorteile: Ers­tens gelten für doppelt Geimpfte die strengen Abstandsregeln nicht, und zweitens gehen die Leute lieber ins Sommernachtskino, wenn sie sich nicht eigens noch um einen Schnelltest kümmern müssen.

Ob es im August überhaupt noch Schnelltests braucht, ist eine ganz andere Frage. Reimund Fischer muss die Möglichkeit zumindest einplanen: „Wir sind im Gespräch mit Testanbietern. Ideal wäre es für uns natürlich, wenn wir im Kornhaus ein Testzentrum quasi vor der Haustür hätten.“ Längere Öffnungszeiten sind ihm bereits in Aussicht gestellt.

Ein Sommer ohne Maskenpflicht?

Vielleicht braucht es auch gar keine besonderen Vorkehrungen mehr. Selbst bei der Maske geht Reimund Fischer von ganz unterschiedlichen Szenarien aus: „Auf dem Platz kann man sie ja sowieso abziehen. Aber wer weiß, ob die Maskenpflicht bis August nicht sogar ganz wegfällt. Gut wäre es, wenn es bis dahin auch generell keine Abstandspflicht mehr gäbe.“

Letzteres wirkt sich auf die erlaubte Höchstzahl der Besucher aus. Im Idealfall darf Reimund Fischer wieder bis zu 1000 Leute an einem Abend in sein Kino lassen. Im ersten Pandemie-Sommer letztes Jahr war es zwar nur die Hälfte - aber immerhin: „Ich gehe für diese Saison von ,500 plus‘ aus“, zeigt er sich durchaus optimistisch. Zur Einschätzung der Zahlen meint er: „Dass wir mit maximal 500 Zuschauern keine gro­ßen Schritte machen können, ist ja klar. Aber andererseits könnten wir auch einmal ein Open-Air-Kino für weniger als 500 Leute anbieten, ohne dass es uns deswegen gleich das Genick brechen würde.“

Ein Vorteil in diesem Zusammenhang: „Hier bewährt sich das Konzept, ein Open-Air-Kino zu machen, das nicht allzu groß ist. Deswegen kommen wir auch mit relativ wenig Personal aus.“ In Esslingen sei das Freiluftkino für 2021 bereits abgesagt worden: „Wenn wir mit 1000 Gästen volles Haus hätten, würde es sich für die nicht rentieren. Bei tausend Zuschauern müssten die draufzahlen. Es tut mir sehr leid, dass dieses Jahr in Esslingen nichts läuft.“

Ein weiterer Vorteil für Reimund Fischer sind die langjährigen Sponsoren-Beziehungen: „Für viele Unternehmen ist der Lockdown an die Grundsubstanz gegangen. Trotzdem halten uns unsere Sponsoren allesamt die Treue. Das ist wirklich toll.“

Noch etwas begeistert ihn: Zur Filmkultur gehört schließlich auch die Esskultur - „und auch die Gastronomie hält uns die Treue“. Ohnehin trage die Gastronomiemeile hinter der Kirche wesentlich zum Gelingen des Sommernachtskinos bei: „Auch Filmemacher und Schauspieler, die wir regelmäßig einladen, loben jedes Mal die besondere Atmosphäre des Kirchheimer Sommernachtskinos. Und das will was heißen. Die kommen ja viel rum und haben allerhand Vergleichsmöglichkeiten.“

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