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Der Mensch muss in den Mittelpunkt

Zum Artikel „CDU wirft ,weiten Blick‘ auf den Hungerberg“ vom 13. September

Der Blick, den die Kirchheimer CDU-Fraktion auf den Dettinger Hungerberg geworfen hat, war so weit, dass sie den Naheliegendsten übersehen hat: die Menschen. Und vor allem die, die dort in gerade mal 300 bis 500 Meter Entfernung leben. Sie spielen offensichtlich für die CDU keine Rolle. Wer die nahegelegenen Wohngebiete Dettinger Weg, Pfaffenhalde und andere kennt, reibt sich verwundert die Augen: Denn den Menschen in genau diesen Wohngebieten, die bereits jetzt von der Autobahn, der Bundesstraße, dem Gewerbegebiet bei der Firma Mosolf, dem Gewerbegebiet Bohnau und demnächst dem neuen Kirchheimer Gewerbegebiet Bohnau-Süd regelrecht umzingelt sind, denen will man jetzt noch ein weiteres 24-Stunden-Industriegebiet im Süden vor die Nase setzen, das den noch einzig verbliebenen Naherholungsraum zerstört?! Und das soll „ideal“ sein? Der CDU in Kirchheim - und den anderen Fraktionen, die das Bauprojekt unterstützen - liegt die Gesundheit und Belastung dieser Menschen offensichtlich nicht sehr am Herzen. Hat man sie gefragt, was sie zu noch mehr Lärm, schlechterer Luft und noch weniger Erholungsfläche denken?

Wer sich als Bürgerin oder Bürger oder im Gemeinderat - nicht nur bei der CDU - die Sitzungsvorlage Nr. 033/2021 der Regionalversammlung am 28. April zur Hungerberg-Bebauung - ein öffentlich zugängliches Dokument - insbesondere in Anlage 7 mit den Abbildungen 16 (Ansicht vom Schafhof-Höhenweg) und 22 (Ansicht von den oberen Stockwerken Hochhaus/Aichelbergstraße) angesehen hat, dem müsste das pure Grausen angesichts dieser drohenden Landschaftsverschandelung kommen! Dass dies die CDU als angebliche „Beschützerin der Heimat“ mitmacht, ist erschreckend!

Jürgen Lewak, Kirchheim

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