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Der „Profi-Soli“ nimmt die nächste Hürde

Fußball Gute Nachrichten beim Online-Staffeltag: Trotz Corona steigt die Zahl der Männerteams. Gleichzeitig erhält der Bezirk Rückendeckung im WFV. Von Reimund Elbe

Gleich zwei Topnachrichten liefert der erstmals online abgehaltene Staffeltag im Fußballbezirk Neckar/Fils: Zum einen steigt trotz Pandemie zur kommenden Runde die Zahl der Männerteams, zum anderen hat der vom Bezirk geforderte „Profi-Soli“ für alle 25 000 deutschen Amateurvereine überraschend die erste überregionale Hürde genommen. Das Thema Staffeleinteilung spielte beim virtuellen Meeting dagegen nur eine untergeordnete Rolle.

Die Pointe setzte Rainer Veit gestern am Ende des Treffens: Der Bezirksvorsitzende präsentierte genüsslich ein Votum beim Verbandstag des Württembergischen Fußballverbands (WFV), der 24 Stunden zuvor ebenfalls online stattgefunden hatte. Mit über 87 Prozent der Stimmen war dort ein Antrag abgesegnet worden, der im Kern auf einer Initiative des Bezirks Neckar/Fils beruht. Der WFV wird damit beauftragt, sich gemeinsam mit dem Süddeutschen Fußballverband bei der DFL und dem DFB dafür einzusetzen, den Amateurfußball künftig finanziell deutlich höher zu fördern. Dabei sollen die erheblich gesteigerten Erlöse aus der Medienrechtevermarktung angemessen berücksichtigt werden. Festgezurrt werden soll dies im Rahmen der anstehenden Neuverhandlung des Grundlagenvertrags.

Lothar Mahling („mich freut die Dynamik“) hatte beim Online-Bezirkstag im Mai den Stein ins Rollen gebracht und für den Antrag des VfB Reichenbach eine breite Mehrheit gefunden. Nach einem textlichen Feinschliff des Antrags und Gesprächen mit WFV-Vertretern geht das Verfahren jetzt in die nächste Runde. „Der Anstoß ist gemacht, wir haben den Ball nun weit ins andere Feld geschlagen“, meinte Mahling sinnbildlich. Dem Reichenbacher Funktionär hat sein Engagement für den Soli inzwischen sogar einen Wikipedia-Eintrag beschert.

Einen anderen positiven Aspekt verkündete Spielbetriebskoordinator Johannes Veit den Klubvertretern des größten WFV-Bezirks: 203 Herrenteams sind für die neue Runde gemeldet - acht mehr als im vergangenen Sommer. „Ganz erklärbar ist das in Coronazeiten zwar nicht, aber offenbar hat es viel mit der Lust auf Rückkehr in die Gemeinschaft zu tun“, bewertet Veit die Sachlage. Einige Vereine hätten gar überlegt, neben einer zweiten eine dritte Mannschaft zu melden. Er hoffe, dass sich der Trend als nachhaltig erweist.

Mit dem FC Kirchheim und dem FC Iliria Göppingen steigen zwei neue Klubs ein, mit dem VfL Kirchheim II kehrt ein Dino der Szene zurück. Aus der Teckregion sticht zudem die neue Spielgemeinschaft Owen/Unterlenningen mit zwei Teams hervor. Für den TSV Notzingen heißt die Fahrtrichtung bei Auswärtsspielen weiterhin Nordwest. „Schließlich kennen wir nach dem Abbruch der Vorsaison in der Esslinger Ecke noch nicht alle Sportplätze“, nimmt TSVN-Sprecher Michael Panknin das erneute Exil für die beiden TSV-Mannschaften mit Humor.

Satte Mehrheiten bei Wiederwahl

Locker führte Natalie Bloss durch die erstmals per Livestream verfolgte Auslosung der Relegationshalbfinal-Paarungen. Für die Teckteams von besonderer Relevanz: Der Bezirksligavertreter bekommt es mit dem A2-Vize zu tun; fürs A-Liga-Ticket heißt es B4 contra B5 sowie A2 gegen B6. Alle Staffelleiter erhielten bei der Wiederwahl satte Mehrheiten, darunter der Weilheimer Günther Friess (Bezirksliga) sowie der Lenninger Rudi Cserny (A2, B6).

Die Tagung endete schließlich mit Appellen und Klarstellungen. Der Ehrenamtsbeauftragte Harald Kuhn warb für die diversen Ehrenamtspreise („In den Vereinen muss die Werbetrommel gerührt werden“), Bezirksvorsitzender Rainer Veit kündigte ein neues Bewertungssystem bei der Vergabe von zuschauerträchtigen Veranstaltungen wie das Pokalendspiel oder Relegationspartien an. „Es werden nur noch Vereine berücksichtigt, die sich zum Beispiel besonders in Sachen Schiedsrichtergewinnung engagieren“, verdeutlichte Veit. Ein Klubjubiläum per se reiche bei Weitem nicht mehr aus, um den Zuschlag zu erhalten.

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