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Der Realität in die Augen schauen

Zum Artikel „Der Wolf ist auch nur ein fauler Hund“ vom 13. März und dem Leserbrief „Wolf-Hysterie im Ländle“ vom 20. März

Lieber Herr Dr. Dietz, vielen Dank für Ihren Leserbrief. Damit haben wir mit dem Mahnfeuer schon ein Ziel erreicht, nämlich mit Leuten ins Gespräch zu kommen, denen die Thematik nicht vertraut ist. Wir Weidetierhalter sind nicht hysterisch, wir schauen der Realität ins Auge. Unstrittig ist, dass der Wolf eine Reproduktionsrate von 30 Prozent hat. Die TU Dresden hat berechnet: Ohne Regulierung der Anzahl der Wölfe müssen wir bis zum Jahr 2023 etwa mit 5 500 Wölfen in 67 Rudeln in Deutschland rechnen. Damit wäre der Wolf überall präsent. Dies hätte Auswirkungen auf das Freizeitverhalten der urbanen Bevölkerung. Joggen mit Pfefferspray, Hund zu Hause lassen? Kind im Waldkindergarten? Konflikte mit Menschen: Der Tod einer britischen Touristin in Griechenland, verursacht durch Wölfe, ist durch Handy-Nachweis im Jahr 2017 bewiesen.

Wenn die Weidetierhalter aber in wenigen Jahren überall mit Wolfsrissen rechnen müssten, ist diese Tierhaltung nicht mehr aufrechtzuerhalten, auch wenn der Riss entschädigt wird. Mit dem Wolf wird die Weidetierhaltung verdrängt und die Massentierhaltung in den Ställen gefördert.

Das Tierwohl ist in aller Munde. Wer spricht aber von dem Tierleid der 3 600 gerissenen Nutztiere 2017 in Deutschland, darunter Schafe, Ziegen, Kälber, Fohlen und Hunde? Wenn der Wolf entdeckt, dass eingezäunte Tier leichter zu erbeuten sind, als Reh oder wehrhaftes Wildschwein, wird er sich an die Nutztiere halten.

Der entscheidende Punkt, der die Tierhalter zur Aufgabe der Weidetierhaltung zwingt, ist die nicht mehr vorhandene Hütesicherheit der Tiere. Die Politik hat es bis jetzt nicht geschafft, den Halter vor dem Haftungsrisiko zu bewahren. Im Schadensfall kann der Tierhalter um Haus und Hof kommen. Deshalb muss dem Wolf die Scheu vor Mensch und Weidetieren erhalten werden! Dies geht nur im Jagdrecht , jeder Wolf, der sich Siedlungen und Weidetieren nähert, muss erlegt werden. Die Wölfe werden daraus lernen und sich davon fernhalten und sich in sichere Waldgebiete zurückziehen. Mit dieser Vorgehensweise wäre eine Koexistenz von Wolf und Weidetieren eventuell möglich.

Karl Ederle, Bissingen.

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