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Der Umgang mit der Demokratie

Zum Artikel „Venezuela-Krise überschattet Steinmeier-Besuch“ vom 11. Februar

Man stelle sich vor, der AfD-Vorsitzende Gauland würde, nach einigen Monaten Aufenthalt in Moskau, vor dem Reichstag in Berlin einige Zehntausend seiner Anhänger um sich scharen und sich als den rechtmäßigen Kanzler der Bundesrepublik Deutschland ausrufen. Weiterhin würden Russland, China und einige der wirtschaftlich stärksten Länder der Welt den Kanzler Gauland sofort anerkennen. Wo würde Gauland wohl landen, im Gefängnis oder in der Gummizelle?

Leider ist dieses Szenario in Venezuela aktuell zur bitteren Realität geworden. Ich frage mich, warum Bürger Deutschlands zur Europawahl oder irgendeiner anderen Wahl gehen sollten, wenn die Gewählten demokratische Grundsätze derart mit Füßen treten? Evelyne Gebhardt, Mitglied der SPD, die an der völkerrechtswidrig agierenden Regierung beteiligt ist, sagte vor Kurzem bei einem Besuch in Kirchheim, dass Demokratie vom Wahlgang lebt und Wählen das schönste Gut der Bürger sei.

Wenn ich sehe, wie mit diesem schönsten aller demokratischen Güter betreffend Venezuela umgegangen wird, werde ich vorsichtshalber bis auf Weiteres lieber nicht wählen gehen. Sonst müssten CDU, SPD und Konsorten bei „falscher“ Wahl meinerseits womöglich ja auch meine Stimme ignorieren - daran möchte ich lieber nicht schuld sein.

Stefan Kromer, Kirchheim

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