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Der verlängerte Arm Erdogans

Zum Artikel „S.A.M. Kirchheim 86 kommt“ vom 4. Juni

Die Sultan-Ahmed-Moschee gründet ein eigenes Fußballteam in Kirchheim. Darauf haben sicher viele Menschen seit Jahren gewartet. Das nenne ich auch eine proaktive und gewinnende Integration. Bisher war ich immer der Meinung, dass Sport verbinden soll. Die Verbindung aller Menschen durch den Sport ist wichtig, gerade in der heutigen Zeit. Neu ist, dass wir solchen Ausschluss medial als interkulturelles Highlight in den Vordergrund bringen. Man will Brücken bauen zwischen den Kulturen. Getragen wird die S.A.M. durch die DITIB, dem Dachverband Türkisch-Islamische-Union für religiöse Angelegenheiten. Deren Imane werden direkt in der Türkei ausgebildet und vom türkischen Staat bezahlt. Eine direkte Einflussnahme durch den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan wird ihr unterstellt. Für Kritiker ist die DITIB der verlängerte Arm der AKP, deren Vorsitzender Erdogan ist. Beobachtern zufolge führt die Regierung Erdogans, der in 2001 gegründeten AKP Partei, jedoch zu einer stärkeren Re-Islamisierung der Gesellschaft in der Türkei. Die Anhänger der AKP haben Erdogan 2018, davon 66 Prozent der in Deutschland lebenden Türken, zum neuen Präsidenten gekürt. Der Grünen-Parteichef Cem Özdemir befürchtet, dass über die DITIB Erdogans Ideologie in unserem Land verbreitet wird. Wir aber feiern die Gründung eines Fußballvereines, der durch die DITIP getragen wird. Dann mal los mit der Integration.

Gert Carstens, Kirchheim

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