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Der VVS-Tarif ist zu teuer

Zum Artikel „Eine etwas andere Kaffeefahrt“ vom 9. Juli

Die Kaffeefahrt-Aktion von attac entlarvt die Schwächen und Ungerechtigkeiten des VVS-Tarifsystems für zahlreiche Städte und Kommunen in der Region. Ein Einzelticket von Ötlingen-Mitte zum Nanz-Center und zurück kostet mehr als die Betriebskosten eines Mercedes der E-Klasse. Fährt man zu zweit, könnte man sich auf der gleichen Strecke sogar einen Porsche 911 leisten, die Parkgebühren des Nanz-Centers eingeschlossen.

Die allseits gelobte Tarifzonenreform des VVS war längst überfällig, bringt aber den Kirchheimern in erster Linie nur dann Vorteile, wenn sie nach Stuttgart pendeln. Für den Stadtbusverkehr in Kirchheim bringt sie nichts, sie verschärft sogar die Ungerechtigkeiten. Im Stuttgarter Kernraum profitiert die Einwohnerschaft von der Reform, da die zwei Kernzonen zu einer Zone verschmelzen. Dort kann man künftig zum Preis eines Einzeltickets von Fellbach bis Stuttgart-Vaihingen fahren, eine Strecke also, die zehn Mal so lang ist wie eine übliche Busfahrt in Kirchheim. Es ist doch grotesk, dass Nutzer des Stadtbusses zur nächsten Haltestelle laufen oder früher aussteigen, damit sie in den Genuss eines Kurzstreckentickets (1,40 Euro) kommen.

Der VVS hat den günstigen Stadttarif nun schon drei Jahre lang in Marbach und Herrenberg getestet. Jetzt ist es endlich an der Zeit, dem VVS vonseiten der benachteiligten Kommunen gehörig Druck zu machen. Was kommen muss, ist das Stadtticket zum Kurzstreckentarif oder ein attraktives Tagesticket für drei Euro, wie es in Ludwigsburg angestrebt wird.

Dieter Hutt, Kirchheim

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