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Die Dämmerung der Kandidaten

Zum Leitartikel „Der lachende Dritte“ vom 7. August

Wäre der deutsche Bundeskanzler direkt wählbar, so hätte nach neuesten Umfragen Olaf Scholz (20 Prozent) die Nase vorn und die Mitbewerber Armin Laschet (15 Prozent) und Annalena Baerbock (13 Prozent) auf die Plätze verwiesen. Offensichtlich gab er in den Tagen der Flutkatastrophe das staatsmännisch solidere und insgesamt seriösere Bild ab und es sind ihm bis jetzt in seinen Veröffentlichungen auch keine Plagiate nachgewiesen worden.

Zu Baerbocks unprofessioneller „Performance“ kam neben frisierter Biografie, zu spät deklarierten Einnahmen und diversen Plagiaten auch noch die Saarland-Pleite eines Ausschlusses der Landesliste bei der Bundestagswahl hinzu, die allerdings nicht sie zu verantworten hat, unter der gleichwohl ihre Zustimmungswerte leiden.

Historisch unbeliebt ist aber der Kandidat der CDU mit derzeit 24 Prozent beim deutschen Wahlvolk (Stand: Juli 2021). Vor Bundestagswahlen waren sogar der bereits „abgehalfterte“ Helmut Kohl (1998: 42 Prozent) und der umstrittene Edmund Stoiber (2002: 44 Prozent) noch deutlich beliebter. Unvergessen bei den Wählern ist Laschets Lachnummer („Gegriene statt ernster Miene“) bei Steinmeiers Ansprache im Katastrophengebiet von Erftstadt. Prominente CDU-Mitstreiter sind wegen seiner Profillosigkeit und Unsichtbarkeit im Wahlkampf in Sorge und „Parteifreund“ Markus Söder ätzt von der Seitenlinie damit, man könne nicht „im Schlafwagen ins Kanzleramt“ kommen.

Sollte Laschet das Rennen doch machen, so erwarten ihn, der bereits bei der Flutkatastrophe in Gummistiefeln keine „bella figura“ machte, im Kanzleramt Merkels übergroße „Siebenmeilenstiefel“. Er wird viele Einlagen brauchen, dass diese auch nur annähernd passen und wird sich dennoch so manche Blase laufen!

Dr. Ernst Kemmner, Kirchheim

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