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Die Filzkugeljäger stehen bereit

Tennis An diesem Wochenende beginnt die Verbandsrunde. Mit dem TC Kirchheim sowie den Senioren-Teams aus Weilheim und Ötlingen starten drei Teck-Teams in der Württemberg-Liga. Von Klaus Schlütter

Der TC Kirchheim um Alejandro Osoba ist das ranghöchste Aktiven-Team der Teckregion. Die Württembergliga-Saison beginnt für den
Der TC Kirchheim um Alejandro Osoba ist das ranghöchste Aktiven-Team der Teckregion. Die Württembergliga-Saison beginnt für den TCK morgen auswärts. Foto: Markus Brändli

Die Sieben-Tage-Inzidenz steht stabil unter der landesweiten Norm von 35, einer regelkonformen Verbandsrunde im Tennis mit Einzeln und Doppeln steht nichts mehr im Wege. Los geht es für die Aktiven an diesem Wochenende, bei den Senioren am Mittwoch kommender Woche. Für die Spiele im Freien besteht keine Testpflicht mehr. Umkleideräume und Duschen dürfen unter Beachtung des Mindestabstands von eineinhalb Metern genutzt werden.

Diese in der fast 125-jährigen Geschichte des Deutschen Tennisbunds (DTB) einzigartige Aussicht auf eine Tennissaison macht wieder Lust auf Schläger und Filzball. Die Beliebtheit dieses Breitensports, in Deutschland von 1,39 Millionen Mitgliedern in 9097 Vereinen betrieben, ist trotz monatelanger Zwangspausen durch Corona ungebrochen. Allein im Württembergischen Tennisbund (WTB) freuen sich 122 000 Aktive in 1000 Klubs auf den Start in die Verbandsspiele.

In der Teckregion schlagen drei Teams in der höchsten landesweiten Klasse auf - die Sechser-Mannschaft des TC Kirchheim in der Württemberg-Liga, das Quartett der Damen 30 vom TC Weilheim und das der Herren 30 vom TSV Ötlingen, jeweils in der Württemberg-Staffel. Darüber gibt es nur noch Bundesliga und Regionalliga, in denen kein Teckverein vertreten ist.

TC mit neuer Nummer 1

Der TC Kirchheim geht mit einer gesunden Mischung aus Routiniers und „Jungen Wilden“ in der Verbandsrunde an den Start. Der Erfahrenste ist Spielertrainer Tony Holzinger, der am heutigen Samstag seinen 38. Geburtstag feiert. Exakt am selben Tag wird Daniel Morozov, die neue Nummer eins im Team, 19 Jahre alt. Der Allrounder aus Litauen mit Leistungsklasse 1 hat bisher für Blau-Weiß Vaihingen-Rohr aufgeschlagen. Noch jünger als er sind Eigengewächs Lasse Pörtner (16) und Finn Wolf (17), der Schützling von Tonys Trainer-Kollegen Pascal „Paco“ Streit. Die länger Etablierten im Team sind Eric Scherer, der Spanier Alejandro Osoba, Tim Bühler und Alexander Miehle. Der ebenfalls eingeplante Argentinier Guillermo Leonel Videla darf wegen Corona nicht ausreisen.

Erster Gradmesser für den TC Kirchheim ist das Auswärtsspiel am morgigen Sonntag in Metzingen. „Ich vertraue unserer Mannschaft und ihrer Stärke, vor allem im Doppel. Da sind viele Varianten möglich“, gibt sich Holzinger zuversichtlich. Im Neuner-Feld der Württemberg-Liga gilt die Zweitligareserve des TV Reutlingen II als Favorit. Auf der Meldeliste stehen nicht weniger als neun Ausländer.

Damen geben den Ton an

Auf den sechs Weilheimer Sandplätzen gibt, was die überregionale Präsenz betrifft, das weibliche Geschlecht im Verein mit rund 50 aktiven Spielerinnen den Ton an. Bei den Damen 30 ist Mannschaftsführerin Silke Huss-Lehmann die Chefin. Sie sagt: „Wir sind eine tolle Truppe und unternehmen auch privat einiges zusammen.“ Die Wochenend-Trainingslager vor Beginn jeder Saison waren ein wiederkehrendes Ritual seit zehn Jahren, bis Corona zweimal dazwischen funkte. Erklärtes Ziel des von Viktor Kuljkin trainierten Teams aus lauter Eigengewächsen: „Vorne dabei zu sein.“ Nachwuchssorgen gibt es nicht. In der Verbandsstaffel rücken talentierte junge Spielerinnen nach.

Mit dem frommen Wunsch, „die Klasse zu erhalten“ (so Abteilungsleiter Frank-Michael Lutz), starten die Ötlinger Herren 30, angeführt von Uli Zeeh und Moritz Einselen, in die Württemberg-Staffel. In einer Achter-Gruppe mit drei Absteigern eine Mammut-Aufgabe, zumal mit Markus Rybinski ein Punktegarant aus beruflichen Gründen zum tus Stuttgart abgewandert ist. Nur gut, dass bei den „40ern“ spielstarker Ersatz wie Lutz zur Verfügung steht, der notfalls einspringen kann.

Paradeteam am Bissinger See

Von Altersklasse 40 auf 50 aufgestiegen ist die Parade-Seniorentruppe des TV Bissingen. Unter der Regie von Spielertrainer Jörn Kaiser (LK 4) zählt das Sextett in der Oberliga zum Kreis der Favoriten, auch wenn TV-Kapitän Matthias Köpf in Anbetracht unbekannter Gegner wie der Spielgemeinschaft aus Auenwald, Lippoldsweiler und Oberbrüden auf die Euphoriebremse tritt: „Wir versuchen, vorne mitzumischen.“ Seine Zurückhaltung ist berechtigt: Besagte SG im Rems-Murr-Kreis verfügt allein über zwölf Spieler zwischen LK 6 und LK 8.

Erheblich aufgerüstet haben die „Grauen Wölfe“ des VfL Kirchheim, die seit Jahren in der „Sicherheitsliga“ angesiedelt sind. Im Sog von Ex-TCler Ewald Metzger wechselten sechs weitere TC-Senioren innerhalb der Stadt vom Mühlbach an die Lindach. Aus Nabern gesellten sich Hans Justus und Manfred Schmid dazu. Gemeinsam mit den VfL-Recken wie Kurt Mahle und dem zurzeit verletzten Werner Hund bilden sie eine schlagkräftige „70er“-Stadtauswahl, fraglos reif für den Aufstieg. Der TV Unterensingen soll das am 30. Juni gleich zu spüren bekommen.

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