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Die fünfte Jahreszeit hat begonnen

Weindorf Auf dem Kirchheimer Rollschuhplatz dreht sich bis 29. August alles um den Saft der Reben – für alle, die eines der „drei  G“ vorweisen können. Von Andreas Volz

Michael Holz (links) hat die Amtskette des „Weindorf-Bürgermeisters“ von seinem „Kollegen“ Dr. Pascal Bader erhalten. Im Hinterg
Michael Holz (links) hat die Amtskette des „Weindorf-Bürgermeisters“ von seinem „Kollegen“ Dr. Pascal Bader erhalten. Im Hintergrund sorgen „Siggi und Axel“ bereits für Stimmung. Foto: Markus Brändli

Im fünften Ortsteil Kirchheims hat gestern Abend die fünfte Jahreszeit begonnen: Das Weindorf auf dem Rollschuhplatz ist eröffnet - nachdem es im vergangenen Jahr pandemie-bedingt nur zu einem „Weindörfle“ gereicht hatte. „Wir mussten es letztes Jahr ausfallen lassen, zu eurem Schutz und zu unserem Schutz“, sagte Michael Holz, der Wirt der „Bärenlaube“ mit gro­ßem Bedauern, bevor er die Parole ausgab: „Dieses Jahr versuchen wir, es durchzubringen.“

Unterstützt werden die drei Weindorfwirte - außer Michael Holz auch seine beiden Kollegen Walter Brackenhammer von der „Weinlaube“ und Robert Ruthenberg von der „Waldhornlaube“ - bei ihrem Versuch, das Weindorf durchzuziehen, von der Stadt Kirchheim: Oberbürgermeister Pascal Bader erinnerte in seiner Eröffnungsrede daran, dass viele andere Kommunen vergleichbare Veranstaltungen abgesagt hätten.

Die Verantwortlichen der Stadtverwaltung dagegen hätten vor wenigen Wochen gemeinsam mit den drei Wirten beschlossen, dass ein Weindorf mit den „Drei G“ - geimpft, genesen, getestet - möglich sein muss. „Die Landesregierung gibt uns nun recht“, sagte der Oberbürgermeister zur Tagespolitik: „Auch sie stellt jetzt die drei G in den Mittelpunkt und zeigt uns dadurch, dass wir beim Weindorf aufs richtige Pferd gesetzt haben.“

Vom Programm her versprach Pascal Bader den Gästen ein völlig normales Weindorf: „Es gibt Live-Musik, es gibt eine Stadtführung mit Andreas Kenner, es gibt gute Stimmung, leckeres Essen und guten Wein.“ Das Weindorf passe gut zum „Kirchheimer Sommer“, der nach 2020 nun eine Neuauflage erfährt: Es geht darum, trotz Corona einen möglichst normalen Sommer in der Stadt anzubieten - sogar mit mehr Veranstaltungen als üblich, weil viele Menschen aus Kirchheim und Umgebung die gewohnte Urlaubsreise wegen der Pandemie ausfallen lassen müssen.

Urlaubsfeeling in Kirchheim

Die Angebote des „Kirchheimer Sommers“ reichen von Konzerten unterschiedlichster Stilrichtungen bis hin zur „Mittagspause für die Füße“. Insgesamt dürften es bis Ende September an die 400 kleine, dezentrale Veranstaltungen werden, die es den Zuhausebleibenden ermöglichen, auch in Kirchheim das richtige Urlaubsfeeling zu erleben. Weniger klein und weniger dezentral als viele andere Angebote des „Kirchheimer Sommers“ ist das Weindorf.

„Aber das Weindorf passt wunderbar in die Reihe des Kirchheimer Sommers, wie auch das Sommernachtskino“, stellte der Oberbürgermeister fest. Hinter dem Weindorf stecke ein unglaublicher logistischer Aufwand, verriet er nach einem Blick hinter die Kulissen. bevor er den drei Wirten für ihren Mut dankte, das Risiko einzugehen und ein Weindorf trotz corona-bedingter Unsicherheiten zu wagen.

Abschließend überreichte der Oberbürgermeister die traditionsreiche Amtskette des „Weindorf-Bürgermeisters“ an Festwirt Michael Holz, der sich prompt bei seinem „lieben Kollegen“ bedankte. Der „Kollege Oberbürgermeis­ter“ sei für ihn fortan jederzeit telefonisch erreichbar - wobei Michael Holz seinerseits auf seine Aufgabenfülle verwies und Pascal Bader vorsichtshalber vermittelte: „Dienstanweisungen bitte an mein Sekretariat.“ Als „Bürgermeister“ eröffnete er das Weindorf schließlich mit dem Aufruf an sein „Volk“: „Lasst es krachen. Haut rein!“ Wahrhaft würdige und weise Worte eines Weindorf-Volkstribuns. Seine Anhänger werden ihm folgen - bis Sonntag. 29. August.

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