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Die Göppinger Fans sortieren sich neu

Handball Die organisierte Anhängerschaft will auch künftig ihre Mannschaft unterstützen und gemeinsam Ideen entwickeln.

Göppingen. Bei den Fanclubs von Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen, seit Monaten durch das coronabedingte Zuschauerverbot in den Arenen zu gro­ßem Abstand zu ihrer Lieblingsmannschaft verurteilt, ist viel in Bewegung. Auf die Auflösungs-Erklärung der „Evergreens“ (wir berichteten) folgte der Rückzug von „Bianco Verde“ aus dem Fan­ausschuss - doch die organisierte Anhängerschar will am Ball bleiben und in neuen Strukturen auch künftig ihr Team unterstützen.

Der 25 Mitglieder starke Fanclub Bianco Verde Göppingen (BVG) hatte vor wenigen Tagen die Erklärung abgegeben, sich wegen Perspektivlosigkeit aus dem gemeinsamen Fanausschuss zurückzuziehen, da man oftmals das Engagement aus den anderen Organisationen vermisst habe. Ihren Brief nutzen die BVG-Mitglieder zugleich zur Aufarbeitung der Situation in der Halle vor der Pande­mie und dem Verhältnis des Fanclubs zum Frisch-Auf-Manage­ment. Daraus sei eine „innere Zerrissenheit“ entstanden, die Daniel Seitz als BVG-Sprecher und Brief-Mitverfasser nochmals untermauert. „Die Stimmung war zuletzt nicht mehr wie früher, die Aktionen kamen nur noch von uns, der Fanausschuss-Vorsitzende Oliver Sihler wurde nach seinem Rückzug nach großartiger Arbeit nicht verabschiedet und der neue Ansatz für den Fanausschuss bietet keine wirkliche Perspektive“, fasst Seitz zusammen. Den Vorwurf, dass Bianco Verde bei Aktionen auch mal Grenzen überschreite, weist Seitz zurück: „Wir sind eine Gruppe der klaren Worte, die sich gern kritisch äußert. Das muss man aushalten, wir beleidigen niemanden.“

Beim neuen, dem Sponsor zugestandenen blauen Trikot sei man lösungsorientiert vorgegangen und habe ein grünes Heimtrikot und ein andersfarbiges Auswärts­trikot vorgeschlagen. Obwohl mancher Fan nach der Trikot-Diskussion nun den Hallenbesuch ablehne, stünden die Fans dem Verein trotzdem zur Seite, „wir tragen Frisch Auf tief im Herzen“. BVG werde den Kontakt zu den anderen Klubs halten und freue sich darauf, wieder gemeinsam in der Halle das Team zu unterstützen.

Während Gerd Hofele als Frisch-Auf-Geschäftsführer einmal mehr betont, die Einbindung der Fans konzeptionell verbessern und an konkreten Ereignissen festmachen zu wollen („Die Nahbarkeit zeichnet den Handball aus“), signalisieren die übrigen Fanclubs Offenheit für neue Ideen. „Durch die Corona-Situation ist aktuell alles in der Schwebe, wir Fans haben uns jetzt fast ein Jahr nicht gesehen“, weiß Petra Deppert, Vorsitzende des 110 Mitglieder starken Fanclubs „Grün-Weiß“, „es wird aber auch in der Zukunft Aktionen der Fans geben.“ Harald Betz

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