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Die Gollmer Formen GmbH auf Expansionskurs

pm. Die Firma Gollmer Formen verlagert im kommenden Jahr ihren Unternehmensstandort von Lenningen nach Kirchheim unter Teck. Der Grund für die Standortverlagerung war zum einen die Situation, dass es in Oberlenningen kein Baugrundstück gab, zum anderen auch eine bessere infrastrukturelle Anbindung, die den Anforderungen an das stetige Unternehmenswachstum gerecht wird.

Neu- und Umbau

Nach dem Spatenstich in der Heinkelstraße 10/1 im Kirchheimer Gewerbegebiet Bohnau werden zeitnah die Bauarbeiten hinsichtlich der Standortverlagerung beginnen. Realisiert werden der Neubau eines Bürogebäudes sowie der Umbau einer bestehenden Fertigungshalle. Zukünftig werden 360 m² Bürofläche sowie 550 m² Produktionsfläche zur Verfügung stehen.

Die beiden geschäftsführenden Gesellschafter Werner Gollmer und Alexander Dangel blicken hinsichtlich der Investition auf eine positive und gesunde Geschäftsentwicklung zurück. “Die Gollmer Formen GmbH ist über die Jahre kontinuierlich und vor allem gesund gewachsen“, bekräftigt Werner Gollmer. Der Firmengründer erinnert an die bescheidenen Anfänge in privaten Räumlichkeiten seines Wohnhauses. Danach habe man sich am Standort Lenningen stetig vergrößert und weiterentwickelt. „Die Investition in einen Neubau am neuen Standort ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.“

Internationale Beschaffung

Die Gollmer Formen GmbH projektiert und beschafft international Spritzgussformen, Komponenten und Baugruppen für Spritzgussformen. Hauptkunden sind in allen Branchen angesiedelt: z. B. in den Bereichen Medizintechnik, Automotive, Powertools oder Haushaltsgeräte etc. Mit einem voll ausgestatten Formenbau kann die Firma nachträgliche Änderungen, Korrekturen oder Reparaturen realisieren.

„Wir legen jetzt erst richtig los“, freuen sich die Geschäftsführer auf den anstehenden und logischen nächsten Schritt ihrer Erfolgsgeschichte. Im vergangenen Jahr hat Gollmer Formen zahlreiche Investitionen mit der Einführung eines neuen ERP-Systems von SAP sowie einen vollständig digitalisierten Wareneingang, der per App verwaltet und überwacht wird, im Digitalisierungsbereich getätigt. „Wir müssen nicht nur die Prozesse anpacken, sondern auch die Rahmenbedingungen für das Wachstum und den Wandlungsprozess schaffen“, so Alexander Dangel. Man habe noch einige „To-dos“ auf der Liste. Unter anderem stehen Kooperationen mit Spritzgussmaschinen-Herstellern sowie Digitalisierungsunternehmen im Bereich Formenbau auf der Agenda. „Es bleibt spannend.“

Spannend wird auch der anstehende Neu- und Umbau an der künftigen neuen Firmen- adresse in Kirchheims Industriegebiet Bohnau: Die Baueingabe, Werk- und Detailplanung wurden von der Bauherrschaft in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Marc Bader aus Owen entwickelt. Das bestehende Gebäude in der Heinkelstraße 10/1 wird demnach um einen zweistöckigen modernen Büroanbau erweitert: Es entstehen neue helle und großzügige Büroräume, Besprechungszimmer, Kaffeeküchen und Sanitärräume. Die bestehende Produktionshalle wird so umgebaut, dass künftig Spritzgussformen bis 16 Tonnen handlebar sind. Um künftig die schweren Lasten in der Halle abzutragen, wird eine bestehende Bodenplatte abgetragen und komplett neu aufgebaut. Unter der neuen tragfähigen Bodenplatte werden eine Wärmedämmung eingebaut sowie Leerrohre für künftige Maschinen eingezogen.

Die in die Jahre gekommene Trapezblechfassade wird durch eine hoch wärmedämmende Gebäudehülle ersetzt.

Die Tragwerksplanung wird vom Büro Kazmaier und Team aus Lenningen umgesetzt. Für die Umbaumaßnahmen und den Neubau wurde mit Schweizer-Bau aus Westerheim/Burgrieden ein mittelständischer Generalunternehmer mit den Arbeiten beauftragt.

Fortschrittliche ­Gebäudetechnologie

Die bestehende Gebäudehülle wird komplett saniert und wärmegedämmt. Alle Fenster werden ausgetauscht, sodass im Bestand ein Energie-Effizienz-Gebäude KfW 70 und im neu geplanten Anbau der Energie-Effizienz-Gebäude Standard KfW 55 erreicht wird. Die neue Firmenzentrale wird daher die Anforderungen an die thermische Gebäudehülle deutlich unterschreiten und somit einen sehr geringen Energiebedarf haben. Das Gebäude wird künftig zwischen 30 und 45 Prozent weniger Energie für die Beheizung und Kühlung benötigen, als der derzeitige gesetzliche Standard vorschreibt.

Die notwendige Energie für die Gebäudebeheizung beziehungsweise -kühlung wird durch drei hocheffiziente und zertifizierte Luft-Wärmepumpen bereitgestellt. Sie sind redundant aufgebaut und können je nach Anforderung im Heiz- oder Kühlbetrieb betrieben werden.

Markus Daubner (HLSK-Fachplanung / Daubner Gebäudetechnik) hat die Klimatisierung so ausgelegt, dass sämtliche Büro- und Arbeitsbereiche zusätzlich durch Textilschläuche mit konditionierter Frischluft versorgt werden. Auf der gesamten Dachfläche wird eine große PV-Anlage installiert, deren zukünftiger Ertrag komplett im Eigenbedarf verbraucht wird. Sowohl die Wärmepumpen als auch Maschinenpark, EDV oder Beleuchtung werden mit eigenem Strom versorgt. Sollte während der Mittagsstunden Strom übrig sein, wird dieser im ersten Step ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Eine künftige Erweiterung der PV-Anlage beinhaltet dann die Installation eines Batteriespeichers.

Durch die Gebäudetechnik-Konzeption erhofft man sich, vor allem unter den derzeitigen Vorzeichen der Corona-Krise, dass neben den sehr guten Frischluftverhältnissen auch künftig die Mitarbeiter direkt vor Ort für die Kunden tätig sein können. Um weiter innovativ, kreativ und schnell am Markt zu sein, stehen vor allem die interne Kommunikation und mobile Arbeitsplatzsituationen am Standort in Kirchheim im Vordergrund.

Bei der Elektrotechnik setzt man im kompletten Gebäude auf bewährte KNX-Bus-Technik. Die Elektroinstallation, Vernetzung und das intelligente Gebäudemanagement wird durch Elektro Raichle aus Dettingen ausgearbeitet und ausgeführt.

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