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Die L 1250 ist startklar

Verkehr Mit acht Monaten Verzögerung ist die Landesstraße zwischen Wendlingen und Oberboihingen ab heute freigegeben. Folgen soll demnächst auch der Radweg am Heinrich-Otto-Areal. Von Gaby Kiedaisch

Die letzten Arbeiten sind seit dieser Woche abgeschlossen: Ab heute ist die umgebaute Landesstraße 1250 wieder offen. Foto: Holz
Die letzten Arbeiten sind seit dieser Woche abgeschlossen: Ab heute ist die umgebaute Landesstraße 1250 wieder offen. Foto: Holzwarth

Lang mussten die Autofahrer drauf warten, jetzt ist es endlich soweit: Mit achtmonatiger Verzögerung ist die Landesstraße 1250 fertiggestellt worden. Ab dem heutigen Donnerstag ist die wichtige Verbindung zwischen Wendlingen und Oberboihingen für den Verkehr freigegeben.

Nach zweieinhalbjähriger Bauzeit ist die direkte Verbindung nach Oberboihingen nun fertiggestellt. Im Oktober 2018 war mit den Bauarbeiten zur Verlegung der L 1250 begonnen worden. Dafür mussten Stützwände, ein Trogbauwerk und eine Brücke über die Bahnstrecke Stuttgart-Tübingen gebaut werden. Aufwendige Grundwasserschutzmaßnahmen in der Heinrich-Otto-Straße begleiteten die Verlegung der Landesstraße. Erschwerend kam bei den Bauarbeiten hinzu, dass unter laufendem Bahnbetrieb gebaut werden musste. Die Kosten liegen bei knapp neun Millionen Euro, der Straßenbau wird mit etwa drei Millionen Euro angegeben.

Wegen der beengten Platzverhältnisse während der Bauausführung musste die alte L 1250 für den Neubau gesperrt werden. Das hatte vor allem für die Pendler und die Busverbindung eine längere Umleitungsstrecke über Zizishausen zur Folge.

Zwei Mal war der Eröffnungstermin bereits verschoben worden - das erste Mal Ende August vergangenen Jahres, das zweite Mal kurz vor Weihnachten. Das Regierungspräsidium Stuttgart erklärt die Verzögerungen in einer Pressemitteilung mit „den streng eingetakteten Gleissperrpausen, da die Aufrechterhaltung des Bahnbetriebs oberste Priorität hatte“. Danach habe man sich richten müssen. Außerdem seien zusätzliche statische Maßnahmen notwendig gewesen, die trotz Voruntersuchungen des Baugrunds erforderlich geworden waren. Trotz Samstagsarbeit und dem Einsatz von zusätzlichem Personal sei es nicht möglich gewesen, die Verzögerungen im Bauablauf zu kompensieren, heißt es in der Meldung des RP weiter.

„Mit der Fertigstellung der neuen L 1250 entspannt sich die Situation der Bevölkerung aus Oberboihingen enorm, denn nun gibt es wieder eine direkte Straßenverbindung von und nach Wendlingen“, freut sich Verkehrsminister Winfried Hermann. „Wichtig ist mir zugleich auch die Fertigstellung des Radwegs entlang des Heinrich-Otto-Areals. Ich bin zuversichtlich, dass wir bis Ende Mai auch diese Maßnahme abschließen können.“

Bei aller Freude über die Öffnung, übt Wendlingens Bürgermeister Steffen Weigel auch Kritik. Jedoch nicht an den bauausführenden Firmen, „die haben alle einen guten Job gemacht“, will Weigel nicht missverstanden werden. Er richtet sich vielmehr ans Regierungspräsidium Stuttgart. In mehreren Briefen hatte er das Anliegen in seinem und im Namen seines Kollegen in Oberboihingen, Torsten Hooge, an den Regierungspräsidenten Wolfgang Reimer dargelegt. Beide sehen den Fehler im Planfeststellungsverfahren. Dort sei mit zu engen Zeiträumen kalkuliert worden. Weigel dazu: „Hier sind schon von vornherein unrealistische Zeiten angesetzt worden.“ Auch Torsten Hooge hatte erwartet, dass die Kommunikation zwischen den Kommunen und dem Regierungspräsidium besser gelaufen wäre. „Wir hätten uns alle viel Ärger erspart, wenn der Umgang miteinander offener gewesen wäre“, sagt Hooge rückblickend.

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