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Die Leiterin einer herausragenden Schule sagt Servus

Verabschiedung Resi Wörz, die Rektorin der Grundschule in Schopfloch, geht in den Ruhestand.

Lenningen. Es war eine Herkulesaufgabe, die Resi Wörz vor sechs Jahren mit der „Zwergschule“ in Schopfloch übertragen bekam: Die Klassen 1 bis 4 wurden vom Schuljahr 2015/16 an gemeinsam unterrichtet. Als Rektorin lag es vor allem in ihrer Verantwortung, allen Kindern von der Abc-Schützin bis zum Mathe-Ass gerecht zu werden. Jetzt geht die 63-Jährige in den Ruhestand. „Es war eine schöne Zeit. Der Abschied fällt schwer“, sagt sie.

Die einzigartige Schule ist ihr ans Herz gewachsen. „Wir sind nicht nur die höchstgelegene Schule, sondern auch die einzige im ganzen Landkreis Esslingen, in der alle vier Grundschulklassen zusammen unterrichtet werden“, sagt sie mit ihrem ansteckenden, erfrischenden Lachen. Diese Woche wurde sie von Schulrat Sven Koos offiziell verabschiedet. Als Dankeschön gab’s von den Schülerinnen und Schülern einen Trickfilm, für den sie mehr als 1800 Bilder angefertigt hatten. Die Untermalung lieferte die Musikschule.

1991 wurde Resi Wörz von der Kirchheimer Raunerschule nach Schopfloch versetzt. 2005 im September übernahm sie die kommissarische Leitung, im Jahr darauf wurde sie offiziell zur Schulleiterin ernannt. Anfangs bestand das Kollegium aus vier Lehrkräften. 50 Schülerinnen und Schüler besuchten die Schule. Die Klassen 1 und 2 sowie 3 und 4 wurden damals in den Nebenfächern schon jahrgangsübergreifend unterrichtet. Doch rückläufige Schülerzahlen verlangten neue Wege. „Bürgermeister Schlecht war es wichtig, die Schule zu erhalten“, erinnert sich Resi Wörz. Also forderte das Schulamt sie auf, ein Konzept zu erstellen. „Ich bilde mir ein, es ist geglückt“, so lautet das bescheidene Resümee der engagierten Chefin.

„Es ist ein großes Miteinander - wie in der Familie“, so beschreibt sie die spezielle Atmosphäre. „Die Kinder wachsen miteinander auf, lernen miteinander und können viel abspicken.“ Wer besonders flott und intelligent ist, bekommt Material von der nächsthöheren Klasse als Futter. Umgekehrt werden Ältere, die sich schwertun, auch mal als „Hilfslehrer“ bei den Jüngeren eingesetzt. „Damit wiederholen sie den Basisstoff und haben nicht das Gefühl, dass sie Unterstützung brauchen“, erklärt die Lehrerin. „Diese Schulform hat wahnsinnig viele Vorteile.“ An die Gemeinschaft herangeführt werden bereits die „großen“ Kindergartenkinder: In „normalen Zeiten“ nehmen sie im zweiten Halbjahr immer mittwochs am Unterricht teil. So verlieren sie die Angst vor der Schule.

Die Sorge, die rund 20 Grundschüler würden in einem gemeinsamen Klassenzimmer nicht ausreichend gefördert, konnten die Pädagoginnen rasch zerstreuen. Wer seine Sprösslinge im Tal in die Schule schickt, tut das meist wegen der umfangreicheren Betreuungszeiten. Daran soll sich nun auch auf der Alb etwas ändern: Von September an wird eine Schulkindbetreuung angeboten.

Theresa-Maria Breier, die einzige Kollegin der bisherigen Chefin, wird Rektorin der Lenninger Grund- und Werkrealschule. Kommissarisch übernimmt sie zudem die Schulleitung in Schopfloch.

Auch wenn Resi Wörz jeden Tag gern in die Schule gegangen ist - jetzt freut sich die Zainingerin auf mehr Zeit für ihre Pferdezucht, auf Kutschfahrten und Nordic Walking. „Ich liebe die frische Luft. Ich glaube, auch deshalb habe ich gut zur Schule in Schopfloch gepasst.“ Anke Kirsammer

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