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Die Nato und die Osterweiterung

Zum Artikel „Kräftemessen in Versailles“ vom 30. Mai

Warum wieder dieser negative Unterton? Es gibt allen Grund, sich über das Gespräch zwischen Emmanuel Macron und Wladimir Putin zu freuen. Mir ist ein besonnener „Kremlfürst“ lieber, als ein unberechenbarer Trumpel . . . Präsident Putin hat wiederholt Gesprächsbereitschaft sig­nalisiert. Dazu gehört auch eine Einladung des Bundespräsidenten Steinmeier nach Moskau! Diese aber hat er noch nicht angenommen! Ein Versäumnis des von mir ansonsten sehr geschätzten Politikers.

Die Militärausgaben der USA und des Westens sind etwa zehn Mal höher als die Russlands. Was soll die Steigerung bringen? Amerikanisches Militär in Litauen, das von Ursula von der Leyen persönlich begrüßt wird; die stolz darauf hinweist, dass deutsches Militär Führungsrollen übernehmen wird - und in ritueller Laienhaftigkeit Verstärkung der Militärpräsenz fordert. Inzwischen dürfte klar sein, wer wirklich in der Nato das Sagen hat - und in wessen Interesse die Nato-Osterweiterung wirklich liegt. Europäische Interessen wurden und werden schon lange nicht mehr vertreten. Präsident Trump fordert von den europäischen Nato-Mitgliedsstaaten die Mitfinanzierung des eigenen, militärisch-aggressiven Vorgehens. Grotesk - und die europäischen Nato-Vertreter stehen da wie dumme „Schulbuben“ und haben da­rauf keine Antwort.

Zu begrüßen ist, dass nun auch Angela Merkel mehr Eigenständigkeit und Eigeninitiative Europas fordert. Die IS-Terrororganisation schlägt zu. Muss der Konflikt mit Russland, das Bereitschaft zur Zusammenarbeit bei der Terrorbekämpfung signalisiert hat, „künstlich“ hoch gehalten werden? EU und Nato haben in den zurückliegenden mehr als 25 Jahren Osterweiterung Fakten geschaffen, die für unser europäisches (!) Nachbarland nur sehr schwer zu akzeptieren waren und sind.

Herbert Woyna, Bissingen

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