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Die Niederlage schmerzt nur halb

Fußball Der FC Esslingen dominiert wenig überraschend das Bezirkspokalfinale und holt sich mit einem glatten 5:0 erstmals den Cup. Endspiel-Verlierer SGEH bleibt noch eine Hintertür in den WFV-Pokal. Von Reimund Elbe

Jubel in grün-rot: Der FC Esslingen ist neuer BezirkspokalsiegerFoto: Markus Brändli
Jubel in grün-rot: Der FC Esslingen ist neuer BezirkspokalsiegerFoto: Markus Brändli

Als Bezirksspielleiter Johannes Veit gestern Abend gegen 18 Uhr auf dem Zeller Sportgelände gerade mit der Siegerehrung beginnen wollte, setzte einige Hundert Meter über ihm eine Boeing 737 aus Antalya kommend zur Landung auf dem nahen Stuttgarter Flughafen an - Glückwünsche und Worte Veits, der unverständlicherweise ohne Mikrofon und Lautsprecherhilfe in diesem besonderen Moment agieren musste, gingen in der vom Flieger hergestellten Geräuschkulisse unter.

Doch die Geschichte des Bezirkspokalfinales kann auch ohne viele Worte erzählt werden. Der FC Esslingen holte sich bei dem immer wieder von Regengüssen gestörten Match absolut verdient den Pokal. Das Team von Lothar Mattner entpuppte sich, wenig überraschend, als die über weite Strecken dominierende Mannschaft, gefiel durch ein flexibles und teils äußerst schnelles Aufbauspiel - und traf erstmals zu einem günstigen Zeitpunkt. In der elften Minute widerfuhr der SGEH gleich zweimal Unbill. Zum einen kassiert sie das 0:1, als Fabio Greco einen Pass direkt vors gegnerische Tor spielte und der heranstürmende Boyan Balchev aus kurzer Distanz Treffer Nummer eins für den Favoriten markierte. Dazu musste mit Marco Parrotta ein SG-Akteur verletzt raus, der eigentlich für die Nadelstiche in der Offensive zuständig gewesen wäre. Wie eng die personelle Lage bei der SGEH vor und beim Finale war, zeigte die Auswechslung. Mit Jens Gassner kam ein AH-Akteur auf dem Platz. „Es saßen genau genommen praktisch nur AH-Akteure auf der Bank“, stellte Marc Weger nach dem Schlusspfiff fest. Der Defensivakteur zeigte sich ob der Endspielniederlage nur begrenzt enttäuscht. „Wir hatten es eben mit einem Gegner zu tun, der spielerisch extrem stark ist“, sagte der SGEH-Kapitän.

Zwar hielt das Team von Christian Mirbauer hochmotiviert dagegen, erarbeitete sich jedoch erst Topgelegenheiten, als die Partie weitgehend gelaufen war. Das 2:0 durch Fabio Greco kurz vor der Pause nahm viel Luft aus der Partie. Nachdem SGEH-Aushilfskeeper Florian Lenuzza den Ball nach einem Müller-Freistoß zuvor an den Innenpfosten gelenkt hatte, drückte Greco den Ball über die Linie.

Ein Schlenzer von Höhe der Mittellinie durch Maurice Regber Sekunden nach der Pause zum 3:0 sowie weitere sehenswerte Treffer durch Talha Kavak (Fernschuss, Freistoßtor) sorgten für endgültige Entspannung auf Esslinger Seite. Wenn die SGEH an oder in den gegnerischen Strafraum kam, fehlte oft die letzte Konsequenz, die Genauigkeit. So verpassten Benjamin Kastl (51.) und Aron Mildemann (89.) den Anschluss- beziehungsweise Ehrentreffer, als sie aus kurzer Distanz scheiterten. „Wir haben unser Spiel genau so umgesetzt, wie wir es wollten“, bilanzierte FCE-Trainer Lothar Mattner, „attackierend und schnell in die gegnerische Hälfte spielen“. Besonders viel Schulterklopfen gab es zudem für Esslingens Torwart Dominik Eitel. Der einstige Landesliga-Schlussmann des TSV Köngen feierte gestern seinen 26. Geburtstag.

Neben Glückwünschen gab es auch ein Lob von FC-Sportvorstand Martin Hägele. „Dominik ist ein mitspielender Torhüter, er macht das ausgezeichnet“, lobte er. „Mit Köngen bin ich im WFV-Pokal immer gleich ausgeschieden“, so Eitel mit einem Hauch von Humor. Er hoffe, dass dies im kommenden Jahr, wenn die Pokalrunde ausgetragen wird, anders sein wird.

Für die SGEH könnte es über Umwege auch noch zu einem Auftritt im WFV-Pokal 2022/2023 kommen. Falls der FC Esslingen in die Landesliga aufsteigt, was angesichts der Stärke des Teams nicht überraschen würde, wäre der Startplatz des Bezirks Neckar/Fils für den Finalverlierer frei - der Schmerz über das verlorene Finale? Somit nur ein halber Schmerz.

Finalstenogramm

FC Esslingen: Eitel - Brockman, Mojasevic, Greco - Peredo Cruz (60. Lexen), Baumann (46. Hermle), Müller, Regber (71. Sarikurt), Wanner (76. Di Fabio) - Kavak, Balchev

SGEH: Lenuzza - Kiebel (69. Laderer), M. Weger, Kuhn, Oswald (69. Gutbrod) - Kastl, D. Weger, Lamparter, Lude (71. Mildemann) - Demir, Parrotta (11. Gassner)

Tore: 1:0 Balchev (11.), 2:0 Greco (42.), 3:0 Regber (46.), 4:0, 5:0 Kavak (51., 73.).

Schiedsrichter: Henriß (Geislingen/Steige)

Zuschauer: 300

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