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Die Notbremse wirkt wie eine Sense

Corona In den Sportvereine der Teckregion sorgt das jetzt verabschiedete Bundesgesetz für ein neues Tief.

Kirchheim. Das zarte Pflänzchen Hoffnung in der Sportszene wird weiter beschnitten. Besonders im Kinderbereich sind die Folgen der von der Bundesregierung beschlossenen Corona-Notbremse drastisch. „Kicken auf dem Dettinger Sportplatz bleibt seitens der Gemeinde generell untersagt, der Platz ist gesperrt, die Tore sind längst abgebaut“, sagt Christian Renz, Fußball-Abteilungsleiter der SF Dettingen. Dabei sind die SFD in einer besonders kniffligen Situation. Eigentlich wollten die Sportfreunde nach dem Aus der Jugend-Spielgemeinschaft mit dem TSV Owen vergangenen Herbst durchweg eigene Teams an den Start bringen. „Doch aktuell kommen weder neue Kinder hinzu, noch können wir mit den anderen trainieren“, klagt Renz.

In einer etwas besseren Situation befanden sich zuletzt die VfL-Jugendkicker. „Dank eines Entgegenkommens der Stadt blieben die Plätze am Stadion offen, die Nutzung war mit einem schlüssigen Hygienekonzept möglich“, so Fußball-Abteilungsleiter Marc Butenuth. Ob diese Besonderheit angesichts der frisch gezogenen Notbremse bestehen bleiben kann, soll sich zeitnah entscheiden.

Einige Kilometer östlich taugt die Notbremse noch weniger als Stimmungsaufheller. „Unsere Sportanlagen sind schon geraume Zeit geschlossen, wir versuchen mit Online-Training die Kids bei uns zu halten“, berichtet Lars Wiest, Fußball-Jugendleiter des TSV Weilheim. So beruft unter anderem Ex-Verbandsligaakteur Nelson Abrantes Videokonferenzen ein, geboten werden Übungen mit und ohne Ball. „Unsere Trainer geben sich extrem Mühe, damit wir diese schwierige Phase überstehen“, betont Wiest.

Bis auf ebenso angebotenes Videotraining herrscht bei den Weilheimer Leichtathleten ebenso nahezu Stillstand. „Im Kinderbereich läuft aktuell so gut wie gar nichts, die Situation ist sogar noch schlechter als im ersten Lockdown 2020“, beschreibt Martin Moll, Vorstandvorsitzender der LG Teck, die prekäre Lage. Die aktuelle Notbremse werde das Problem noch verschärfen.

Im Handball sieht es kaum besser aus. „Kontaktlos spielen ist in unserer Sportart einfach uninteressant“, lautet die Einschätzung von Uwe Hamann, Abteilungsleiter des VfL Kirchheim zu den behördlichen Vorgaben. Sylvia Helstab, Chefin der VfL-Schwimmer, macht sich derweil große Sorge um die Schwimmfähigkeit der Kleinen. „Seit 2019 läuft mit Schwimmkursen so gut wie nichts mehr“, sagt sie. Die Problematik sei ihr besonders bewusst geworden, als sie jüngst ein kleines Kind fragte, ob es schon schwimmen könne. „Konnte ich mal“, habe das kleine Mädchen geantwortet, „aber ich weiß nicht, ob ich es noch kann.“ Reimund Elbe

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