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Die Patienten „profitieren“

Zum Artikel „Streit um Einsatz der Ärzte“ vom 12. März

Ein Politiker, der sich so geschickt als Macher profilieren kann, müsste mit seinem Pressesprecher auch fähig sein, die Gesamtsituation zu erkennen. Lieber würde ich ein uneingeschränktes Lob für die rasche Einrichtung der Coronavirus-Abstrichzentren (CAZ) aussprechen, muss aber auf den Ton und die Untertöne des Herrn Landrats Eininger und des Pressesprechers Herrn Keck mit ihrer polemischen, uninformierten und respektlosen Unterstellung reagieren.

Dass ausgerechnet die niedergelassene Ärzteschaft ungenügendes Engagement zeigen würde, diskreditiert gerade eine Berufsgruppe, die in vollen Sprechstunden tagtäglich ihre oft schwer kranken Patienten behandelt. Darüber hinaus leisten wir schon, „wie vereinbart“, im Praxisalltag eine zeitlich aufwendige telefonische Vorarbeit für die Patientensteuerung an die CAZ.

Sicher: Sie haben mitgewirkt, ein wichtiges, aber kleines Rädchen in Gang zu setzen, das zur Diagnose einer Infektion dient. Damit ist allerdings noch kein Patient behandelt. „Profitieren“ davon werden nicht die niedergelassenen Ärzte, sondern unsere Patienten. Deswegen ist mein persönlicher Einsatz in den CAZ gesichert - trotz (sicher nicht wegen) der „Ermahnung“.

Gordon Hunter, Facharzt für Allgemeinmedizin, Kirchheim

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